Badis hoffen auf Sonne im Restsommer
In kommender Woche soll es wieder ein paar Sommertage geben. Das sind gemäss meteorologischer Definition Tage mit einer Tageshöchsttemperatur von mindestens 25 Grad. «Endlich», dürften vor allem auch die Oberländer Badi-Betreiber rufen. Denn die regionalen Badeanstalten sind bereits seit fast zwei Monaten offen.
«Der heisse Sommer ist in diesem Jahr leider noch nicht eingetroffen, mit Ausnahme von zwei Tagen im Juni», sagt Thomas Krauer, Bereichsleiter Bäder und Sportanlagen in Wetzikon.
Paella in der Meierwiesen
Die Wetziker Badi Meierwiesen wird neu von der Pirates Event AG betrieben und ihr Projektleiter Andy Gröbli hat für die städtische Badi diverse neue kulinarische Angebote angedacht.
«Leider konnten wir diese noch kaum umsetzen», so Gröbli. «Um Publikum beispielsweise mit einem Grillabend in die regional doch eher abgelegene Badi Meierwiesen zu locken, braucht es einfach schönes und warmes Wetter.»
Der Projektleiter verfolgt das Konzept mit ausgebautem Angebot in der Badi Meierwiesen weiter. «An den wenigen schönen Tagen hatten wir bezüglich unseres neuen Barangebots oder den neuen Lounges sehr gutes Feedback von den Badegästen.» Und: «Wenn die Wetteraussichten mittelfristig gut sind, lassen wir per Anschlag vor Ort und über die sozialen Medien sofort verlauten, dass in der kommenden Woche jeden Abend beispielsweise Paella-Plausch angesagt ist. Da sind wir sehr flexibel.»
Nur wenige Sommertage
Auch das Strandbad Auslikon hat mit dem schlechten Wetter zu kämpfen. «Wir können in Auslikon auf treue Stammkundschaft zählen, aber nur bei schönem Wetter und angenehmen Wassertemperaturen im See», so Bereichsleiter Krauer.
Das schöne Wetter war bisher Mangelware und die Seetemperatur im Pfäffikersee stieg dieses Jahr noch nicht über 19 Grad. «In dieser Saison gab es bisher nur rund sechs Sommertage», bestätigt er.
Die Eintrittsstatistik spricht eine deutliche Sprache: Die Besucherzahlen liegen heuer für den Mai und Juni sowohl in der Badi Meierwiesen, wie auch im Wetziker Strandbad Auslikon bei 80 Prozent der Werte von 2014, respektive bei 60 Prozent. Vergleicht man mit dem sehr schönen Sommer 2015 sieht es noch düsterer aus. Will das Strandbad Auslikon an den Rekordwert von 2015 herankommen, müssten im Restsommer noch exakt 41 634 Gäste an den Pfäffikersee zum Baden kommen.
Punsch statt Glacé
Gemäss Erika Steinmann, der neuen Pächterin des Seekioskes im Strandbad Auslikon, hat das schlechte Wetter aber auch seine guten Seiten: «In den vergangenen Wochen gab es viele Spaziergänger, welche sich mit hochgekrempelten Hosenbeinen und Regenmontur vorwiegend an den Wochenenden auf einen Seerundgang einliessen. Weil von unserer Seite her genug Zeit vorhanden war, gab es manches gute Gespräch.» Statt Glacé und Salat hätte man, so Steinmann weiter, hausgemachte Älplermagronen und Rumpunsch verkauft.
Der Mai war okay
Das Strandbad Uster hatte seine Saisoneröffnung auch am 7. Mai – und lag seitdem oft tagelang menschenleer da. Obwohl es gemäss Petra Loser, Bereichsleiterin Bäder Stadt Uster, eine treue Stammkundschaft gebe, die bei jedem Wetter komme und auch Triathleten in der Badi ihre Schwimmtrainings absolvierten, dürfte das schlechte Wetter die Besucherstatistik im Vergleich zu den letzten zwei Jahren schlecht aussehen lassen. Loser gibt auf Anfrage keine Zahlen bekannt, auch weil ein neues Zählsystem noch nicht richtig funktioniere.
Beat Bielmann, Betriebsleiter der Turbenthaler Badi Neuguet, die in dieser Saison die Garderoben saniert, Warmwasserduschen eingebaut und neu auch rollstuhlgängige Toiletten mit Dusche offeriert, verzeichnete im diesjährigen Mai 932 und im Juni 1607 Besucher. Das sind im Vergleich zum letztjährigen Ausnahmesommer nur rund 60 Prozent. Vergleicht man aber nur den Mai, so schneidet dieses Jahr besser ab, als die beiden letzten Jahre (2015: 642 Besucher, 2014: 578 Besucher).
Diese Unterschiede bestätigt auch der Wetziker Thomas Krauer. «Der Sommeranfang 2014 war sehr gut mit einigen Juni-Tagen mit über 30 Grad. Und der Sommer 2015 war erst ab Juni gut und im Juli und August sehr gut.» (Andreas Leisi)
