Keine Nacht-S-Bahn für Pfäffikon
Das Nachtnetz des Zürcher Verkehrsverbunds ZVV gilt als Erfolgsmodell. Die nächtlichen S-Bahn-Züge werden gerne benutzt.
Aber nicht im Bezirk Pfäffikon: Bis auf den Raum Effretikon fehlt es hier nämlich an nächtlichen Zugsverbindungen. Ortschaften wie Pfäffikon oder Hittnau werden mit dem Nachtbus erschlossen.
Unzufriedene Kantonsräte
Die EVP-Kantonsräte Hanspeter Hugentobler (Pfäffikon), Markus Schaaf (Zell) und Nik Gugger (Winterthur) sind damit nicht zufrieden. Sie stören sich in einer Anfrage über die Fahrzeiten.
Von Winterthur nach Pfäffikon benötige man mit dem Nachtbus 66 Minuten, von Effretikon nach Pfäffikon 59 Minuten und von Winterthur nach Bauma gar 94 Minuten. Zudem würde Winterhur als wichtiger Ausgehort völlig vernachlässigt.
Auf Zürich ausgerichtet
«Das Nachtangebot für das Zürcher Oberland ist grundsätzlich auf den Ausgehort Zürich ausgerichet», räumt der Regierungsrat in seiner Antwort ein. Damit werde das Hauptbedürfnis der Fahrgäste abgedeckt.
Das Angebot auch auf Winterthur auszudehnen, dürfte annähernd eine Verdoppelung der heutigen Betriebsmittel erfordern. «Die erwartete Nachfrage ab Winterthur ist aber deutlich geringer als ab Zürich und die erforderliche Kostendeckung wäre damit nicht zu erreichen.»
Busse besser für Feinerschliessung
Eine neue S-Bahn-Linie nach Pfäffikon einzuführen, wie es Hugentobler, Schaaf und Gugger vorschlagen, findet der Regierungsrat derzeit nicht sinnvoll. Im Unterschied zu Nacht-S-Bahnen könnten Nachtbusse auch Orte bedienen, die abseits der Bahnhöfe liegen. Ausserdem müsste man selbst bei Einführung einer Zugverbindung weiterhin auch Nachtbusse einsetzen, um die Region vollständig erschliessen zu können.
Und schliesslich bringt der Regierungsrat das Kostenargument ins Spiel: Die Nachtbuslinien N62 und N72 der Region Pfäffikon werden im Durchschnitt von 19 Fahrgästen (N62) und 31 Fahrgästen (N72) benutzt. Eine S-Bahn-Komposition weist hingegen 350 Sitzplätze auf.
Selbst bei einer Verdreifachung der Nachfrage wäre die neue Nachtzuglinie nicht einmal zur Hälfte ausgelastet. Ein kostendeckender Betrieb ist so nicht möglich.
Neuüberprüfung angekündigt
Eine Hintertür lässt der Regierungsrat aber offen: Im Rahmen des Fahrplanverfahrens 2018/2019 erfolge die nächste Überprüfung von Angebotsausbauten. Auch die Bevölkerung und die Gemeinden könnten sich einbringen.