In den Norden - der Sonne entgegen
Bei der Ferienplanung spielte das Wetter eigentlich keine Rolle. Gut, wer sich dafür entscheidet, in den Norden Polens zu reisen, wird wohl dafür schauen, dass er einen Bogen um die doch recht kühlen Wintermonate schlägt – ausser er sei natürlich Eissegler. Denn für diese bieten sich jeweils Anfang Jahr gerade auf den gefrorenen Seen der Masuren ideale Bedingungen. Ich für meinen Teil ziehe einen anderen Aggregatszustand des Wassers vor. Und wenn das Nass dann noch Richtung 20-Grad-Grenze steigt, hält mich nichts mehr zurück.
Die vergangenen beiden Wochen also war ich im Grossraum der Danziger Bucht unterwegs. Angesichts meines Reiseziels im Norden und dem doch noch frühen Frühsommer packte ich vor allem wärmespendende Kleider ein. Gut, mit einer gehörigen Portion Optimismus kamen auch noch die T-Shirts, eine kurze Hose und sogar, ich fühlte mich fast etwas verwegen, eine Badehose hinzu. Ich verliess die Schweiz mit den ersten Vorboten eines Tiefs, und die Wolken begleiteten unser Flugzeug bis zur Landung in Danzig.
Ich wusste, neben viel Grün würden mich in der Gegend dort oben auch die Ostsee und ganz viele weitere Seen erwarten. In den folgenden 14 Tagen durfte ich dann aber erfahren, dass in Polen auch die ganze Ferien-Trias von Sonne, Sand und Meer möglich ist. Dabei war vor allem der erste Punkt überraschend, zumal diese Sonne auch die entsprechende Wärme produzierte. Die Hälfte meiner Kleider blieb unbenutzt. Dies alles spielte sich im Norden Polens ab, während weiter südlich – und wie sie alle erfahren durften auch in der Schweiz – Regenfront über Regenfront übers Land zogen und dieses reihum unter Wasser setzte.
Was ist die Lehre daraus: Traue keiner Klimatabelle und halte Dir beim Kofferpacken alle Kleideroptionen offen, auch wenn Du in den Norden gehst. Und öffne Dich für den doppelten Genuss, wenn Du das Sommerwetter, das eigentlich daheim hätte herrschen sollen, dort antriffst, wo Du es nicht erwartet hättest.