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Brachten Plastikpistolen das Fass zum Überlaufen?

Schüler der Wirtschaftsschule KV Wetzikon fühlen sich ungerecht behandelt. Sie seien an ihrem letzten Schultag vom Rektor aus dem Schulhaus geworfen worden.

Schüler an der Wirtschaftsschule KV Wetzikon fühlen sich ungerecht behandelt: Ihre Abschlussfeier sei vom Rektor abrupt beendet worden. (Bild: Christian Merz)

Brachten Plastikpistolen das Fass zum Überlaufen?

Überschritten die Schüler des KV Wetzikon mit ihren Streichen am letzten Schultag eine Grenze? Oder hat die Schulleitung überreagiert? Darüber herrscht am KV Wetzikon Uneinigkeit. Laut einer Schülerin, die kurz vor dem Lehrabschluss steht, habe der Rektor vor zwei Wochen die Abschlussfeierlichkeiten vorzeitig abgebrochen und die Schüler der Schule verwiesen. «Um 15 Uhr schmiss der Rektor alle Abschlussklassen raus», erzählt die 21-Jährige, die anonym bleiben will. Eigentlich hätte das Fest im Schulhaus bis 17 Uhr dauern sollen. «Er ist voll ausgetickt. Dabei hat man uns gesagt, wir dürften an diesem Tag machen, was wir wollen. Dass wir nicht fertigfeiern durften, finde ich mega doof.»

Streiche am letzten Schultag

Letzte Woche berichtete «regio» bereits über die Streiche am letzten Schultag der Wirtschaftsschule KV Wetzikon. Über dem Eingang der Schule hing ein Plakat mit der Aufschrift «Wirtschaftliche Nervenheilanstalt», und die Lehrer wurden mit unschmeichelhaften Berufstiteln wie «Dr. für Literaturdepressive und Epochenfetischist» versehen. In einem derben Gedicht griffen die Schüler den Schulleiter und manche Lehrer tief unter der Gürtellinie an.

Unverständnis bei Schülern

Rektor Jürg Haefelin fand diese Aktionen originell, deutete aber an, dass noch weitere Dinge passierten, die die Grenze des guten Geschmacks überschritten hätten und in Zukunft Konsequenzen nach sich ziehen könnten. Zuerst wolle er aber mit den Lehrern besprechen, was in den kommenden Jahren toleriert werde und was nicht. Haefelin wollte aber nicht sagen, was genau das Fass zum Überlaufen gebracht hatte und auch die angefragten Schüler gaben keine Auskunft.

Die 21-Jährige KV-Stiftin, die sich daraufhin meldete, erzählt: «Anscheinend waren wir zu laut. Zudem haben wir Abfall herumgeschmissen und mit Nerfs geschossen.» Nerfs sind Plastikpistolen, die Munition bestand in diesem Fall aus Schaumgummipfeilen. «Mit den Pistolen kann man niemanden verletzen, die sind absolut harmlos. Aber der Rektor wurde total wütend, hat sie uns weggenommen und alle Klassen rausgeschickt.» Die Schülerin kann nicht verstehen, warum die Schulleitung eingeschritten ist. «Am letzten Schultag, darf man doch machen was man will.»

Schulleitung sagt nichts

Jürg Haefelin will auch auf erneute Anfrage keine Stellung nehmen. Es gehe hier um pubertäre Streiche. Er lässt aber durchblicken, dass nicht die Plastikpistolen das Problem gewesen waren. «Die sind nicht gefährlich, damit spielen sogar 5-Jährige.»

Dass er die Pistolen an sich nahm und die Schüler aus dem Schulhaus warf, will er weder bestätigen noch dementieren.

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