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«Fussball in Uster – das ist die Heusser-Staub-Wiese»

Wo soll in Uster künftig Fussball gespielt werden? Die Stadt will den gesamten Spiel- und Trainingsbetrieb auf dem Buchholz konzentrieren. Die Gemeinderäte Ivo Koller (BDP) und Daniel Pellegrini (FDP) haben andere Pläne: Sie wollen die Heusser-Staub-Wiese weiterhin für den Fussball nutzen.

Die Gemeinderäte Ivo Koller (links) und Daniel Pellegrini wollen, dass auf der Heusser-Staub-Wiese weiterhin Fussball gespielt wird. (Bild: Fabio Meier)

«Fussball in Uster – das ist die Heusser-Staub-Wiese»

Fernando Noris ist in Uster aufgewachsen, er spielte als Junior jahrelang beim FC Uster (FCU), seit acht Jahren trainiert er dessen U12. Seine Frau arbeitet in der «Tschutteria» bei der Heusser-Staub-Wiese, dem Vereinslokal des FCU. Für das Ehepaar Noris bedeutet der Ort ein Stück Heimat. «Fussball in Uster – das ist die Heusser-Staub-Wiese. Dieses Heimelige, diese familiäre Atmosphäre – die kriegst du auf dem Buchholz nicht hin», sagt er.

Fernando Noris hat von den Plänen der Stadt Uster gehört, wonach künftig der gesamte Fussballbetrieb auf dem Buchholz konzentriert werden soll.

Auch die Gemeinderäte Ivo Koller (BDP) und Daniel Pellegrini (FDP) wissen um diese Absichten, die in einem Stadtratsbeschluss vom Dezember 2009 festgehalten sind. In einer Anfang April ausgearbeiteten Motion fordern die Parlamentarier nun, die Infrastruktur auf der Heusser-Staub-Wiese zu sanieren und zu erweitern und den Fussballbetrieb dort langfristig zu erhalten. Sie wollen den Stadtrat beauftragen, dem Gemeinderat eine entsprechende Kreditvorlage – zur Verbesserung der Heusser-Staub-Infrastruktur –  zu unterbreiten.

«Attraktives Stück Land»

In seinem Beschluss aus dem Jahr 2009 hält der Stadtrat fest, dass die Infrastruktur auf der Heusser-Staub Wiese  in einem «sehr schlechten Zustand» sei. «Sie entspricht weder den heutigen Sportbedürfnissen noch den Reglementen des Schweizerischen Fussballverbands», heisst es. 

Für die Sanierung würden gemäss einer Studie höhere Kosten anfallen als bei einem Ausbau des Buchholz-Areals. «Eine Aufhebung der Heusser-Staub-Wiese hätte ausserdem zur Folge, dass im Herzen der Stadt Uster ein attraktives Stück Land für andere Nutzungen zur Verfügung stehen würde», heisst es im Beschluss weiter.

Beide Gebiete nutzen

Pellegrini und Koller teilen das Fazit des stadträtlichen Beschlusses nicht. «Es gibt keine sinnvollere Nutzung der Heusser-Staub Wiese als für den Breitensport», sagen sie übereinstimmend. Neue Wohnungen könne man auch an einem anderen Ort in Uster errichten, wenn dafür Bedarf bestehe. «Bauland gibt es noch genug», sagt Pellegrini.

Hinzu komme, dass sich die Anzahl Ustermer Fussballer massiv erhöht habe, seit der Beschluss erging. «Der Stadtrat hat hier zu kurzfristig geplant», sagt Ivo Koller. Schon heute, wo noch beide Anlagen genutzt werden, seien die Platzverhältnisse für die Vereine prekär. «Und Fussball wird auch in 30 Jahren noch populär sein», sagt er. Würde man den Fussballbetrieb auf der Heusser-Staub Wiese aufheben, müssten auf dem Buchholzareal fünf zusätzliche Fussballfelder realisiert werden. Und an einen Ausbau in dieser Grössenordnung glauben weder Koller noch Pellegrini.

Die beiden Gemeindärte plädieren deshalb für beides: sowohl für einen Ausbau der Sportanlage Buchholz als auch für den Erhalt der Heusser-Staub-Wiese für den Fussball. Während es Ivo Koller, der gute Kontakte zum zweiten Ustermer Fussballverein, dem FC Rot Weiss Winikon (FCRW) pflegt, egal ist, welcher Club welche Anlage nutzt, will Daniel Pellegrini die Heusser-Staub-Wiese explizit auch als Heimstätte des FC Uster erhalten.

FCU bevorzugt Buchholz

Obwohl die Äusserungen des im FC Uster engagierten Daniel Pellegrini und jene des FCU-Nachwuchstrainers Fernando Noris anderes vermuten lassen: Offiziell hat sich der FC Uster für eine Verlegung auf das Buchholz-Areal ausgesprochen. «Es ist grundsätzlich sinnvoller, den Fussballbetrieb an einem Standort zu konzentrieren, als ihn auf zwei aufzusplitten», sagt FCU-Präsident Urban Osterwalder.

Die Motion von Koller und Pellegrini käme zu früh. Noch sei nämlich nicht klar, was die Stadt genau auf dem Buchholz-Areal plane. Anders als die beiden Gemeinderäte will Osterwalder nicht ausschliessen, dass die Stadt dort tatsächlich fünf neue Fussballfelder realisiert.

Die Abteilung Gesundheit arbeite derzeit einen Antrag an den Stadtrat zur Fussballplatzsituation in Uster aus, sagt Abteilungsleiterin Anita Bernhard. Dieser dürfte bis zu den Sommerferien fertig sein. Die Motion von Koller und Pellegrini werde man verwaltungsintern «anschauen».

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