Pessimisten würden Guido Weltert vielleicht sagen, sein Geschäft stehe unter einem schlechten Stern. Sein Internetshop Jeans.ch ging online, als Giganten wie Zalando kleineren Versandhändlern bereits das Leben schwer machten, und in Zeiten des grossen Ladensterbens eröffnete er den Jeansstore mit dem umfangreichsten Angebot im Land.
Sein Erfolg zeigt allerdings, dass Weltert keine Schnapsideen hat: Dieses Jahr wird der Laden im Industriequartier seine Fläche um weitere 550 auf
1300 Quadratmeter ausbauen.
Selber machen statt auslagern
Auf die Frage nach seinem Erfolgsrezept sagt Guido Weltert, was ihn 20 Jahre Erfahrung als Unternehmer in der Modebranche gelehrt haben: «Retail
is detail.» Übersetzt bedeutet es, dass im Detailhandel auch auf Details achten muss, wer Erfolg haben will. Für Weltert und sein Team heisst das in erster Linie, dass man alles, was den Kunden direkt betrifft, auch persönlich erledigt.
Unter Versandhändlern ist es gang und gäbe, die Debitorenbuchhaltung und das aufwendige Geschäft der Logistik auszulagern. Für Weltert käme das nie infrage. Sämtliche Pakete werden in Fällanden geschnürt, auch um die Debitorenbuchhaltung kümmert sich das kleine Team selbst. Wenn Kunden anrufen, landen sie nicht in der Warteschlaufe eines Call Centers, sondern oft beim Chef persönlich.

