Sex-Date: «Wir haben uns danach nie wieder gesehen»
«Ich mag unser Zürcher Oberland, aber ich habe das Gefühl, hier keine passende Frau im Ausgang zu finden», sagt Marco Randegger* aus Uster. Er weiche deshalb einerseits oft nach Zürich aus, andererseits empfindet er es wegen des hektischen Berufsalltags generell als schwierig, in der Freizeit oder bei der Arbeit jemanden kennenzulernen – gerade für einen One-Night-Stand.
«Zwischen zwei Gläsern Wein wird die heikle Frage, ob es nur um Sex geht, nie angesprochen. Es gehört nicht zum Smalltalk», so der 38-Jährige. Umso mehr war er von seinen ersten Chat-Unterhaltungen auf C-Date, wo derzeit rund 4200 Oberländer registriert sind, überrascht. Die Chatpartnerin habe ganz genau beschrieben, was sie mit ihm anstellen wolle. «Ich war es nicht gewohnt, dass Frauen so offen kommunizieren.»
Mehrmals Sex im Monat
Randegger trifft sich im Schnitt mit zwei bis drei Frauen im Monat für Sex. Dafür zahlt er knapp 400 Franken Jahresgebühr, während die Mitgliedschaft für Frauen kostenlos ist. Gemäss den Portalbetreibern dient die Gebühr dazu, unseriöse User abzuschrecken. Zudem wird empfohlen, das erste Treffen an einem öffentlichen Ort zu vereinbaren.
Treffen im Hotel
Ein Date ist Randegger in besonderer Erinnerung geblieben: «Wir haben uns in einer Hotelbar getroffen, so dass es entweder gleich zur Sache gehen konnte oder wir uns auch wieder voneinander verabschieden konnten.» Es habe von Beginn an geknistert, und der Abend habe seinen Lauf genommen. «Wir haben uns danach nie wieder gesehen. Aber ich glaube, gerade das macht die Magie dieses Dates aus», sagt der Ustermer zurückblickend.
Der Single gibt offen zu, dass er momentan aufgrund seines Arbeitspensums mit den vielen Geschäftsreisen nur auf der Suche nach Sex sei. Er stehe eher auf schlanke Frauen, aber Haar-, Augen- oder Hautfarbe seien ihm egal. Und: «Bei mir punktet man mit Offenheit.»
Die Grenzen kennen
Auch wenn es auf C-Date im Vergleich zur Dating-App Tinder klarer ist, dass es nur um Sex geht, achtet Randegger auf einen charmanten Umgang. Er lade die Damen immer noch auf ein Dinner ein. «Man darf schon über heisse und versaute Sachen sprechen, aber man muss auch die Grenzen kennen», sagt er.
* Name von der Redaktion geändert.