Steht das «Puurehuus» vor dem Aus?
Oliver Künzli will nicht mehr. Elf Jahre wirtete der heute 52-Jährige im Landgasthof Puurehuus. Zuerst sieben Tage die Woche, nach einer schweren Hüftoperation dann mit einem Tag Pause. «Nun ist es Zeit für etwas Neues», sagt Künzli. Dies sei ihm deutlich bewusst geworden, als er nach der Operation längere Zeit im Spitalbett liegen musste. «Da hat man viel Zeit zum nachdenken.» Er habe gemerkt, dass er eine Pause braucht.
«Gastronomie wurde härter»
25 Jahre hat Künzli insgesamt in eigenen Lokalen gewirtet, zuvor in namhaften Betrieben wie dem Hotel Therme Vals gekocht. In den letzten Jahren sei es härter geworden in der Gastronomie, die Esskultur habe sich geändert. Dies machte sich auch in den Umsatzzahlen bemerkbar: «Früher kamen die Geschäftsleute wie von selbst, heute ist dies anders.»
Künzli geht zunächst auf eine längere Reise, Details will der Gastronom keine bekannt geben. Auch darüber, was er danach macht, will Künzli nichts sagen. Da die «Puurehuus»-Wirte jeweils in der Wohnung im gleichen Gebäude wohnen, muss der Gastronomi dann nicht nur auf Arbeits-, sondern auch auf Wohnungssuche gehen.
Besitzer suchen Nachfolger
Auch die Zukunft des Landgasthofs ist ungewiss. Die Besitzerin, die «Einfache Gesellschaft Puurehuus» bestehend aus dem Ustermer Stadtpräsidenten Werner Egli (SVP), Konrad Dürler, Rolf Fuchs und Regina Egli-Keller, sucht derzeit einen neuen Pächter. Ob dies innert kurzer Frist gelingt, sei noch unklar, sagt Werner Egli: «Wir wollen, dass der Betrieb im ähnlichen Stil weitergeführt wird.» Und obwohl sich viele Interessierte gemeldet hätten, konnte ein passender Nachfolger noch nicht ermittelt werden.
Auch Verkauf möglich
Sie würden auch in Betracht ziehen, das Gebäude zu verkaufen, sagt Egli. Aber nur unter der Bedingung, dass es bis auf weiteres ein Landgasthof bleibt. «Aber wir können einen Käufer ja nicht zwingen, den Betrieb aufrechtzuerhalten.»
Egli, der selber in Wermatswil wohnt, wünscht sich, dass das Restaurant mit Hotelbetrieb bestehen bleibt. Er ist einer der Stammgäste, feiert dort Familienfeste und hielt verschiedene Anlässe und Parteiveranstaltungen ab. Früher sei er oft auch mit Geschäftskunden über Mittag gekommen. Die Zeit der langen Mittagessen sei jedoch vorbei, sagt auch Egli.
Er hat das Gebäude 2004 zusammen mit drei Kollegen gekauft; einer davon ist verstorben. Der damalige Besitzer wollte den Betrieb verkaufen; ein Käufer war jedoch nicht in Sicht. Egli war im Vorstand der Baugenossenschaft, die neben dem «Puurehuus» Wohnungen baute und wurde deswegen von der Bank angefragt, ob er jemanden kenne, der Interesse habe, oder ob er gar selber den Kauf tätigen wolle.
Egli griff zu. Es sei ihm nicht ums Geld, sondern um den Erhalt des Betriebs gegangen. Finanziell betrachtet lohne sich das Ganze nicht. «Die getätigten Rücklagen benötigen wir für zukünftige Investitionen – falls wir einen passenden Pächter finden.»