Probaby schliesst Standort in Volketswil
Ein halbes Jahrzehnt lang wuchs das Geschäft von Probaby fast ohne Unterbruch. Als junge Mutter hatte Inhaberin Hanne Grieder das Unternehmen gegründet, um Markenprodukte für Babys in die Schweiz zu günstigen Preisen zu importieren, wie sie im Hauptsitz in Bassersdorf erzählt. Ihren ersten Kinderwagen hatte die Rapperswiler Unternehmerin noch in der heimischen Garage verkauft; in den folgenden Jahrzehnten entwickelte sie die Firma zur grössten Schweizer Anbieterin mit acht Läden in der Deutschschweiz. Als sie das Pensionsalter hinter sich gelassen hatte, trat die Patronin vor einigen Jahren in den Verwaltungsrat zurück und übergab das Tagesgeschäft ihrem Sohn.
30 Prozent weniger Umsatz
Jetzt kümmert sie sich doch wieder vermehrt selbst um ihr anderes Kind, um das Geschäft. Die jüngsten Entwicklungen auf dem Währungsmarkt und im Online-Handel haben Grieder alarmiert, die beiden letzten Jahre schrieb das Unternehmen Verluste. «Am Ende des letzten Jahres dachten wir dann, wir hätten uns aufgefangen», sagt sie. «Aber dann fiel der Euro erneut.»
Die Kunden wandten sich ohne Umschweife in die Eurozone. Der Umsatz in der 2011 eröffneten Filiale in Volketswil sei um 30 Prozent eingebrochen und habe sich nicht mehr erholt, sagt Greider. Die möglichen Massnahmen, um den Schaden zu begrenzen, seien ausgeschöpft. «Wir mussten uns sagen, dass der Standort nicht mehr tragbar ist.» Per Ende Oktober räumen ihre fünf Mitarbeiter die Ladenfläche in Volketswil. Die sieben weiteren Standorte bleiben in Betrieb. Für Grieder stellt sich dennoch die Grundsatzfrage, wohin die Entwicklungen noch führen werden.
Der Spielraum für grössere Anbieter von Babyartikeln ist eng. Rabatte sind nicht die Ausnahme, sondern die Regel. «Ohne 20 Prozent Nachlass auf den Listenpreis hat man als Schweizer Unternehmen keine Chance», sagt Grieder. «Die Mitbewerber in Deutschland haben geringere Ausgaben wie Miete und Lohn. Ausserdem kaufen sie grössere Mengen zu tieferen Preisen ein als Schweizer Anbieter. Weil ihr Markt zudem viel grösser ist, kommen sie mit tieferen Margen aus.»
Lesen Sie mehr dazu im ZO/AvU vom Mittwoch, 21. Oktober 2015.