«Mini Beiz, dini Beiz» zu Gast im «Rössli» Illnau
Fünf Beizen aus dem Kanton Zürich kämpfen diese Woche in der SRF-Sendung «Mini Beiz, dini Beiz» um den Titel des besten Gastrobetriebs in der Region (wir berichteten). In der ersten Folge vom Montag, 21. September 2015, ging es für die fünf Stammgäste, deren Lieblingsrestaurants gegeneinander antreten, nach Illnau ins Restaurant Rössli. Empfohlen wurde es von Mano Reichling. Der Fotograf und frühere Gastrokritiker schwört seit 27 Jahren auf die Kochkunst von René Kaufmann, der den Betrieb zusammen mit seiner Frau Vreni führt: «Ich komme gerne hierher, weil alles stimmt: Eine nette Bedienung, wunderbares Essen und das beste Dessert, das man sich wünschen kann.»
Die Erwartungen sind hoch: Gast Werner hat das Restaurant gegoogelt und war beeindruckt ob der Referenzen, etwa im Gastroführer «Gault Millau». Als Kaufmann das Menü vorgestellt habe, habe er dann «schon fast Tränen bekommen», wie er vor der Kamera sagt. Auch Andrea erwartet, dass «das Gericht der Burner ist».
Urteil: «Wow»
Bereits beim Anrichten punktet die «Rössli»-Belegschaft: «Als sie uns die Hauben auf den Tellern weggenommen haben, haben wir alle zuerst gesagt: Wow», lautet das Urteil von Werni. Die essbaren Blüten stossen aber nicht bei allen auf Gegenliebe: Brigitte etwa gefallen sie im Drink oder als blosse Deko besser.
Für die Dekoration hat sich René Kaufmann, der laut Mano «wie es Herrgöttli» kocht, etwas Besonderes einfallen lassen: Mit essbaren Veilchen erhält das Menü einen besonderen Farbtouch, und der Apéritif wird mit einem Zitronenmelissenblatt und einer ebenfalls geniessbaren «Rose de West» garniert. Und auch auf dem Tisch sorgt Lavendel für das blumige Element.
Das Menü stösst bei den Gästen auf viel Gegenliebe: Von «Fleisch, das auf der Zunge zergeht» über den «extrem krassen Geschmack» des Erbsenteppichs bis zur militärischen Präzision der Erbsen und Eierschwämmli (Werni: «die Siechen waren so schön ausgerichtet») Kritik war kaum hörbar. Lediglich die Kombination von Erbsen und Pfefferminze wurde von Brigitte als nicht optimal empfunden.
Beim Dessert bestehend aus Baslikumsorbet, Panna Cotta von weisser Schokolade, Rhabarber mit Honigespuma und einem Brownie war das Basilikumglacé laut Andrea und Peter «der Hammer, ein Traum». Nur für Brigitte war die Kombination nicht perfekt gewählt, weil Basilikum «so wahnsinnig viel Aroma hat» und damit alles andere übertöne.
Die Wertung
Das Ambiente wurde von den Gästen als «sehr gemütlich» wahrgenommen, man habe sich wohl gefühlt.
Der Service «war absolut super», «hammer». Gelobt wurde etwa die Unauffälligkeit und die eingespielte Synchronizität. Oder wie Werni es ausdrückte: «Es war der Plausch.»
Das Essen wurde durchwegs gelobt: «Absolute Spitzenklasse» nannte es Peter, und auch die Anrichtung kam gut an. «Das Auge isst mit», wie Werner ein vielgepriesenes Küchengebot zitierte. «Wie die das angerichtet haben, die haben noch Berufsethik.»
Auch beim Preis-Leistungs-Verhältnis hatte niemand etwas auszusetzen: 65.50 Franken, das bezahle man gerne und würde es auch wieder tun.
Wertungsmässig schlug sich diese Begeisterung in viermal neun Punkten nieder: Damit hat Mano mit 36 Punkten für «seine Beiz» gut vorgelegt.
Als nächstes sind die fünf im «Bahnhof» in Bauma zu Gast. Ausgestrahlt wird die Sendung am Dienstagabend, 22. September 2015, um 18.15 Uhr auf SRF 1. Wie die Restaurants abgeschnitten haben, lesen Sie jeweils am nächsten Tag auf ZO-Online.