Politik

Neuer Coop verschärft Konkurrenzkampf am Bahnhof

Die Eröffnung der ersten Coop-Filiale in Bubikon könnte dem Bubiker Zentrum neue Impulse verleihen. Darauf hoffen jedenfalls die Geschäfte in der Umgebung.

Neuer Coop verschärft Konkurrenzkampf am Bahnhof

Die Vorbereitungen für den neuen Coop am Bubiker Bahnhofplatz laufen derzeit auf Hochtouren. Gut ein halbes Dutzend Handwerker arbeitet am Innenausbau. Per Plakat sucht der Grossverteiler nach Teilzeitmitarbeitern mit einem Pensum von 8 bis 20 Stunden pro Woche. Es ist die erste Filiale eines Grossverteilers in Bubikon. Laut Coop-Pressesprecher Patrick Häfliger ist Bubikon nicht zuletzt wegen der Personenfrequenz am Bahnhof eine interessante Standortgemeinde. «Ausserdem ist Coop in der Nähe mit keinem Supermarkt vertreten, somit schliessen wir eine Lücke im Verkaufsstellen-Netz.» Bei der neuen Filiale handle es sich um einen Supermarkt mit einem Sortiment für den täglichen Bedarf, also keinen Coop Pronto. Die genauen Öffnungszeiten stünden noch nicht fest, zu rechnen sei aber mit Öffnungszeiten, wie sie an Bahnhöfen üblich seien. Auf 180 Quadratmetern Verkaufsfläche werde das Sortiment zirka 4500 Artikel umfassen. Coop werde im Laden etwa ein Dutzend Personen beschäftigen, so Häfliger.

Belebung des Bahnhofplatze

Am direktesten betroffen ist Navi’s Bahnhofsshop gleich neben der neuen Coop-Filiale. Als Reaktion auf den Zuzug will Besitzer Ahmed Naveed das Shop-Sortiment verkleinern und eher auf indische und asiatische Produkte umstellen. Im Gegenzug werde man das Café vergrössern und zusätzliche Tische bereitstellen. «Das Augenmerk legen wir auf Kaffee und Kuchen», sagt Mitarbeiterin Andrea Mutter. Sie sieht im Zuzug von Coop auch eine Chance: «Er zieht neue Leute an und belebt so den Bahnhofplatz. Wir werden versuchen, davon zu profitieren.»

«Lassen uns überraschen»

Betroffen dürfte auch der Volg an der Dorfstrasse sein, da er wie Coop vor allem Lebensmittel anbietet. Bei der Landi Bachtel gibt man sich hingegen gelassen. «Das Land beim Bahnhof hat ursprünglich der Landi gehört. Wir hätten also selbst einen Laden eröffnen können», sagt Geschäftsführer Stephan Ryffel. «Weil der Standort für uns nicht stimmte, haben wir aber darauf verzichtet.» Mit der Konkurrenz habe man gerechnet. «Es kam nicht überraschend, dass ein Lebensmittelladen an den Bahnhofplatz zieht.» Durch den neuen Player gebe es zweifellos eine Belebung im Bubiker Zentrum.

Laut Ryffel komme der Coop mit einem neuen Konzept für kleinflächige Läden an den Bahnhofplatz. «Wir lassen uns überraschen, was das Konzept beinhaltet.»

Auch Kurt Graf, der Präsident des Gewerbevereins Bubikon-Wolfhausen, sieht den Zuzug von Coop eher als Bereicherung. Im Gewerbeverein habe er noch nichts Negatives dazu gehört. Durch den zweiten grösseren?Lebensmittelladen im Bubiker Zentrum könne es verstärkte Konkurrenz, aber auch Synergien geben, meint Graf. «Die neue Coop-Filiale macht das Gebiet auf jeden Fall attraktiver.»

Letztes Lokal vermietet

Eine gute Nachricht ist der Zuzug auch für Peter Bosshard vom Baukonsortium Bahnhofplatz. Eineinhalb Jahre nach der Eröffnung des Platzes ist damit die letzte freie Gewerbefläche vermietet. «Wir freuen uns sehr darüber», sagt Bosshard. «Vor allem, dass wir mit Coop den Mieter haben, den wir wollten.» Man habe bereits mit Spar, Migrolino und Coop Pronto verhandelt. Aus Kostengründen seien die Verträge jedoch nie abgeschlossen worden.

Coop sei auf der Suche nach Land gewesen und deswegen auf die Gemeinde zugegangen. «Dort machte man sie auf die freie Ladenfläche am Bahnhofplatz aufmerksam», sagt Bosshard. Obwohl Coop sonst nie unter 250 Quadratmeter Ladenfläche baue, sei der Vertrag zustande gekommen. Danach sei alles ruck, zuck! gegangen.

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