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Christliche Alternative zur Volksschule

Eine christliche Alternative zur Volksschule habe grosses Potenzial im Oberland, sind Friedhelm Zwahlen, Pastor der Freien Christengemeinde Wetzikon, und Projektleiter Stefan Dudli überzeugt.

Christliche Alternative zur Volksschule

Warum braucht es in Wetzikon eine weitere Privatschule?
Friedhelm Zwahlen: Es gibt ein Bedürfnis für eine christliche Alternative zur Volksschule. Schon heute besuchen Kinder aus dem Oberland die SalZH, Schulalternative Zürich, in Winterthur. Und in der Freien Christengemeinde gab es Familien, die ihre Kinder im Home-Schooling unterrichteten. Dies wurde durch strengere Auflagen stark erschwert. Der Wunsch nach einer Alternative in der Bildung beschäftigt uns schon lange. Aber wir wollten nicht selbst eine Schule aufbauen. Von der SalZH sind wir begeistert. Sie ist genial. Stefan Dudli: Die SalZH hat sich in Winterthur prächtig entwickelt. Wir möchten expandieren und sehen im Oberland ein ähnlich grosses Potenzial wie in Winterthur, wo wir 260 Kinder unterrichten. Was macht die öffentliche Schule falsch?
Zwahlen: Nichts. Aber sie kann unmöglich alles leisten. Sie ist nicht für alle Kinder die beste Schule. Bildung darf kein staatliches Monopol sein. Privatschulen beleben das Schulwesen. Dudli:Wir wollen Kindern eine passende Bildung ermöglichen, auch solchen, die anecken. Was dürfen Eltern, die monatlich 690 Franken für ihr Kind in der Unterstufe zahlen, von der SalZH erwarten?
Dudli:Einen Unterricht gemäss kantonalem Lehrplan. Ein Lehrerteam, das Gemeinschaft auf der Basis des christlichen Glaubens lebt und eng mit ihnen zusammenarbeitet. Zehn Prozent Erfahrungspädagogik ausserhalb des Schulzimmers. Und dass sie wie Kunden behandelt werden. Ein grosser Unterschied zur Volksschule dürfte der Religionsunterricht sein.
Zwahlen: Wir behandeln die anderen Religionen respektvoll. Trotzdem bringen wir die christliche Sicht klar ein. Dudli: Wir predigen weniger, sondern leben den Glauben. Wenn wir von Henry Dunant reden, dann nicht nur vom Roten Kreuz, sondern auch davon, dass er vom heiligen Geist getrieben war. Wenn Sie bis Ende Februar sechs Schüler haben, starten Sie im Sommer. Das riecht nach Kleinstklasse. Eine verkappte Sonderschule?
Zwahlen: Wir nehmen einfach die Anzahl Kinder, die wir?bekommen. Aber ja, da müssen wir ein Auge darauf haben. Dudli: Eltern geben ihre Kinder in unsere Schule aus welt-?anschaulichen Gründen, weil sie eine Wahlmöglichkeit wollen oder weil ihr Kind in der Volksschule Probleme hat. Wir werden darauf achten, dass wir nur eine begrenzte Anzahl Schüler mit besonderen Bedürfnissen aufnehmen. Wir planen eine Regelklasse und haben nur beschränkte Möglichkeiten für heilpädagogische Unterstützung. Herrscht unter den freikirchlichen Kreisen im Oberland?Einigkeit, dass die SalZH nach Wetzikon expandieren soll?
Zwahlen: Wir haben alle Gemeinschaften informiert, auch die Katholische und die Reformierte Kirche. Niemand sagte: Lasst die Finger davon. Die meisten finden es gut. Jemand sagte: Endlich macht die Kirche wieder Bildung. Selbst aus freikirchlichen Kreisen monieren Kritiker, eine christliche Privatschule fördere die Gettoisierung.
Zwahlen: Die SalZH hat sich bewährt und in zehn Jahren bewiesen, das dem nicht so ist. Es kann aber schon Familien geben, die Angst haben, ihre Kinder würden zu stark geschützt. Dudli: Auch bei uns findet das Leben statt. Nur können wir schneller intervenieren. Wir sind kein Getto, eher ein Fenster in die Welt. Wir unterrichten auch Kinder von Atheisten und Moslems. Die Kinder werden doch aus ihren Quartieren und Dörfern gerissen.
Dudli: Das ist ein Nachteil. Mit dem Wachstum der Schule kommen wir näher zu den Leuten. Zwahlen: Beim Home-Schooling zeigte es sich, dass die Kinder trotzdem mit anderen spielten und in den Sportklub gingen. Wenn eine Familie weltfremd und abgeschottet leben will, tut sie das unabhängig davon, ob es die SalZH gibt. Ausländer werden die SalZH kaum besuchen. Das kann für Schweizer ein wichtiges Motiv sein, Kinder in ihre Schule zu schicken.
Zwahlen: Das kann ein Argument sein. Es ist aber nicht in unserem Sinn. Alle sollen willkommen sein . Dudli: Wir unterrichten weniger Ausländer als die Volksschule, würden aber gerne mehr aufnehmen. Doch unsere Schule kostet. Obwohl wir weniger finanzstarke Eltern aus dem Schulgeldfonds unterstützen, finden selten Ausländer den Weg in unsere Schule.

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