Wie geht es mit der Bahnunterführung in Uster weiter?
Tribüne
Wann wird vorwärtsgemacht mit der Bahnunterführung an der stark befahrenen Winterthurerstrasse in Uster? Das möchte eine Gruppe lokaler Kantonsräte um «Tribüne»-Autor Simon Vlk vom Regierungsrat wissen.
Zum Autor: Simon Vlk ist FDP-Kantonsrat und wohnt in Uster
Als ich vor einigen Jahren frisch in den Kantonsrat gewählt wurde, galt mein allererster parlamentarischer Vorstoss einem Thema, welches die Gemüter in Uster seit Jahrzehnten bewegt: die Bahnunterführung Winterthurerstrasse. Die damalige Anfrage unter dem Titel «Bahnunterführung Uster – quo vadis?» brachte zutage, dass das Projekt durch sich selbst blockiert war, weil sich der Kanton und die SBB nicht darüber einig waren, wer welchen Anteil an den Kosten der Unterführung zu tragen hat. Dies führte dazu, dass die Planungsarbeiten nur noch auf Sparflamme vor sich hin dümpelten.
Kurz vor der offiziellen Kommunikation zu der verfahrenen Situation entschied der Kanton kurzerhand, die anstehenden nächsten Projektierungsschritte selbst vorzufinanzieren, und gewährte einen entsprechenden Sofortkredit. Parallel dazu wurde beschlossen, im Bedarfsfall die endgültige Kostenteilung mit den SBB gerichtlich entscheiden zu lassen. Mit diesem raschen und unbürokratischen Schritt durch den Regierungsrat wurde das Projekt wieder auf Kurs gebracht.
Bereits ein Jahr später lag ein weitgehend ausgearbeitetes Projekt vor, welches der Bevölkerung im Rahmen einer Projektauflage via Livestream vorgestellt wurde. Das Interesse der Ustermer war enorm: Beinahe 400 Teilnehmer verfolgten die Präsentation des Projekts und schauten live zu, wie das kantonale Tiefbauamt verkündete, dass geplant sei, dem Kantonsrat den Kredit für das Projekt im Jahr 2025 vorzulegen.
Die Realisierung der Unterführung schien in greifbare Nähe gerückt. Doch seither ist es um das Vorhaben wieder verdächtig still geworden, und dieses scheint erneut ins Stocken geraten zu sein: So liegen im aktuellen Jahr 2026 nach wie vor weder ein Kreditantrag noch Informationen über eine bevorstehende Traktandierung im Kantonsrat vor, was einer abermaligen Verzögerung des Projekts gleichkommt.
Gemeinsam mit Karin Fehr Thoma (Grüne), Anita Borer (SVP) und Patricia Bernet (SP) habe ich deshalb einen zweiten Vorstoss zur Bahnquerung Winterthurerstrasse im Kantonsrat eingereicht. Über die Parteigrenzen hinweg fordern wir darin Klarheit vom Regierungsrat: Wir möchten wissen, wie der weitere zeitliche Fahrplan aussieht, weshalb es zu erneuten Verzögerungen kam und wann die Menschen in Uster mit der Eröffnung der Unterführung rechnen können.
Dieses überparteiliche Zeichen aus Uster macht deutlich: Die Geduld ist am Ende. Anstelle von unverbindlichen Bekenntnissen sind nun belastbare politische Zusagen und ein konkreter Realisierungsplan seitens des Kantons erforderlich.
