Dieses Kästchen öffnet Schranken: Unterwegs mit dem Telepass
Freie Fahrt statt Kreditkarte hervorkramen an der Mautstation: Unser freier Mitarbeiter André Gutzwiller hat es auf der Reise in die Sommerferien ausprobiert.
Mitten in der Nacht nach dem 1. August breche ich mit dem Auto und meiner ganzen Familie in Richtung Normandie auf. Ein paar Tage zuvor haben wir uns entschlossen, für die Reise – sie führt über mautpflichtige Autobahnen – ein Telepass-Gerät zu installieren. Die Idee: Das Kästchen kommuniziert mit der Bezahlstelle und öffnet die Barriere automatisch.
Installieren ist vielleicht etwas übertrieben. In der Geschäftsstelle des TCS Zürich in Volketswil kann ich das Gerät am Schalter abholen, ohne mich vorher anzumelden. Das weisse Kästlein wird vor Ort programmiert und für die Abrechnung direkt mit Twint gekoppelt. Das Gerät muss ich dann nur noch an die Windschutzscheibe im Auto kleben.
Die Luftfeuchtigkeit ist wegen des Regens in dieser Nacht sehr hoch. Ich reibe die Klebestelle trocken, um das Gerät anzukleben, und los geht die Reise. Kurz vor der Grenze in Basel werde ich unsanft aus meinem Schlaf auf dem Beifahrersitz gerissen. Der Telepass hat sich abgelöst und kracht mit lautem Getöse auf das Armaturenbrett. Anscheinend war die Scheibe doch noch etwas zu feucht.
Wir haben eine Route gewählt, die uns nördlich an Paris vorbeiführt. Kurz vor der ersten Autobahnzahlstelle nochmals das bekannte Geräusch vom abstürzenden Telepass. Wir sind sehr gespannt, ob das Gerät seinen Zweck erfüllt.
Es ist eine winzige Zahlstelle nach einem Tunnel mit nur drei Spuren, die linke Spur ist mit einem leuchtend orangen «T» markiert. Langsam, mit der vorgeschriebenen Maximalgeschwindigkeit von 30 km/h, fahren wir auf die Schranke zu. Kurz bevor wir ganz anhalten müssen, gibt der Telepass ein Lebenszeichen von sich und piepst kurz in der Morgendämmerung, gleichzeitig öffnet sich die Schranke.
Insgesamt haben wir auf unserer Hin- und Rückfahrt nicht wirklich viel Zeit gewonnen mit dem Telepass. Das liegt sicher an der Route, die nicht sehr stark befahren ist. Die Benutzung ist aber äusserst bequem, weil man die Hände am Steuer lassen kann und nicht gleichzeitig das Fenster öffnen und die Kreditkarte suchen muss.
Bei der Rückgabe beim TCS in Volketswil erfahre ich, dass auf stark frequentierten Routen die Reisezeit gut um mehrere Stunden reduziert werden kann. Darum würden sich die Mietgeräte auch immer grösserer Beliebtheit erfreuen.
Den Telepass gibt es in der Schweiz seit sechs Jahren, und jedes Jahr kommen in der Geschäftsstelle Volketswil im Schnitt 1000 Benutzer dazu. Die Geräte sind an jedem TCS-Schalter oder für Nichtmitglieder online erhältlich.
