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Wie ein harmloser Schmerz zu meiner chronischen Begleiterin wurde

«Isch wohl Sehnescheide», hiess es vor Jahren. Nein, war es nicht. Eine Schmerzgeschichte.

Ein Foto einer Physioübung, um die Schmerzen im Handgelenk zu mindern.

Foto: Physiotherapeutin

Wie ein harmloser Schmerz zu meiner chronischen Begleiterin wurde

Tösswegs

Es war der Anfang einer Odyssee: Ich erinnere mich noch gut daran, als ich Ende Januar 2016 auf einmal Schmerzen in meinem Handgelenk verspürte. «Das isch nüt Schlimms», dachte ich. Doch auch eine Woche, zwei Wochen, ja einen Monat später tat mir dieses blöde Handgelenk ständig weh.

«Isch wohl Sehnescheide», sagte eine meiner damaligen Uni-Kolleginnen. Freundlich, mitfühlend und mitwissend. Ist ja klar, als Studentin, die oft am Laptop arbeitet, entzündet sich halt das Handgelenk. Verflixte Computerarbeit, aber alles halb so tragisch.

Auch mein damaliger Hausarzt schloss sich ohne grosses Zögern der – offenbar fachkundigen Meinung – meiner Kollegin an. Ich sollte das Handgelenk etwas schonen, eine Schiene tragen, und dann kommt das alles wieder gut.

Nein, tat es nicht. Denn auch vier Wochen später hatte ich immer noch starke Schmerzen. Doch das Mitgefühl vom Anfang war verschwunden: «Du muesch eifach besser schone», sagte besagte Uni-Kollegin. «Händ Sie denn würklich d Schiene treit?», fragte mein Hausarzt.

Meine starken Schmerzen wurden kleingeredet. Zusammengefasst: «Stell dich nid so ah!» Immerhin – mit etwas Zögern – ordnete der Hausarzt ein MRI an und schickte mich zur Rheumatologin. Zu diesem Zeitpunkt dauerte die Tortur bereits vier Monate.

Und nein, es war – wenig überraschend – keine Sehnenscheidenentzündung. Ich lasse die genauen lateinischen Fachbegriffe hier weg, aber meine Sehnen im Handgelenk sind schnell gereizt – und sorgen deshalb immer wieder für Schmerzen.

«Das gaht au nöd eifach so weg», betonte die Fachärztin. Schmerzmittel, Physiotherapie und Geduld sollten aber etwas Besserung bringen. Und es dauerte tatsächlich Monate, bis ich wieder einigermassen schmerzfrei durchs Leben gehen konnte.

Ganz verschwunden sind sie aber nie. 2021 kamen die starken Schmerzen zurück, und auch dieses Jahr hatte ich erneut einen «Schub». Niemand weiss, wieso.

So schliesst sich der Kreis: Was einst mit einer vermeintlich harmlosen Diagnose begann, hat sich als chronische Begleiterin meines Lebens herausgestellt. Mein Körper hat manchmal seine eigenen Pläne – und nicht immer gibt es einfache Lösungen.

Doch ich habe in dieser Zeit auch viel gelernt: Geduld (zumindest ein bisschen), mehr Selbstfürsorge und Mut, um für mich einzustehen. Mein Handgelenk mag etwas «zickig» sein, aber ich habe in den Jahren geübt, auf mich selbst zu hören. Das ist doch auch etwas.

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