Bezirk Hinwil

Bezirk Pfäffikon

Bezirk Uster

Tösstal

Themen

Specials

Services

ZO Portale

Abo

Meinung

Von Kempten in Wetzikon nach Kempten im Allgäu

Ein Versehen auf Google Maps führte zu einer Reise nach Bayern. Und Kempten im Allgäu hat mehr zu bieten als erwartet.

Ein Ausflug der anderen Art: von Kempten nach Kempten, wo unter anderem ein Römerpark lockte.

Foto: Simon Grässle/Bettina Schnider

Von Kempten in Wetzikon nach Kempten im Allgäu

Tösswegs

Eigentlich wollte ich nur nach Hause. Und wie so oft zückte ich mein Handy und gab auf Google Maps meinen neuen Wohnort ein – Kempten. Das war vor etwas mehr als zweieinhalb Jahren, als ich in den Wetziker Ortsteil gezogen bin.

Dass etwas an der vorgeschlagenen Route nicht stimmen konnte, merkte ich sofort. Anstatt knapp 30 Minuten zeigte mir meine Kartenapp eine Route von über zwei Stunden an, via St. Gallen und Memmingen. Ich realisierte: Es gibt noch ein anderes Kempten, und zwar im Allgäu – und dort wollte ich an diesem Abend sicher nicht hin.

Eigentlich ist es ja nichts Besonderes, dass Ortsnamen mehrmals vorkommen. Ich kenne zwei Gossaus, zwei Ottikons, zwei Pfäffikons und sogar zwei Wetzikons, ein solches gibt es nämlich auch im Thurgau. Doch dieses «zweite» Kempten liess mich nicht los.

Meine Neugier war geweckt. So machte ich mich schlau und fand heraus: Kempten ist eine der ältesten Städte Deutschlands, schon zu Römerzeiten bewohnt und einstige Hauptstadt der Provinz Rätien. Der römische Name Cambodunum ist auch der Ursprung des Ortsnamens meines Wetziker Stadtteils.

Als ehemalige Lateinschülerin war für mich sofort klar: Dieses Kempten muss ich unbedingt besuchen! Und da meine Mutter, eine pensionierte Lateinlehrerin, ebenso fasziniert von Geschichte ist, war auch schnell eine perfekte Reisebegleitung gefunden.

Und so reiste ich kürzlich von Kempten nach Kempten. Ein Fixpunkt auf dem Programm war natürlich ein Besuch im Archäologischen Park. Während ich im Wetziker Ortsmuseum einige Relikte einer ehemaligen römischen Raststätte in Kempten bewundern kann, wird in Kempten im Allgäu mit der grossen Kelle angerichtet.

Im Römerpark kann man einen Tempelbezirk, Thermen und ein Forum mit Basilika bestaunen – einige sogar originalgetreu rekonstruiert. Ich bin immer noch beeindruckt.

Auch sonst enttäuschte das kulturelle Angebot nicht. Kempten hat ein schönes Ortsmuseum, zwei grosse Kirchen (eine reformiert, die andere katholisch) und sogar eine monumentale barocke Klosteranlage – die sogenannte Residenz Kempten.

Man sieht prunkvolle Räume.
Das war einst die Residenz des Fürstabts von Kempten.

So viele Prunkräume sucht man in Wetzikon vergebens. Und auch die Innenstadt ist voller Leben – auch wenn dies den Geldbeutel nicht gerade schont. Das Einkaufsangebot in Kempten von Wetzikon kann da nicht ganz mithalten.

Die drei Tage im Allgäu vergingen wie im Flug. Das zeigte mir einmal mehr: Auch etwas abseits der Touristen-Hotspots gibt es einiges zu erleben. Wer weiss, vielleicht fahre ich demnächst nach Wetzikon im Thurgau. Dort gibt es immerhin eine Burgruine, die darauf wartet, erkundet zu werden.

Abo

Möchten Sie weiterlesen?

Liebe Leserin, lieber Leser

Nichts ist gratis im Leben, auch nicht Qualitätsjournalismus aus der Region. Wir liefern Ihnen Tag für Tag relevante Informationen aus Ihrer Region, wir wollen Ihnen die vielen Facetten des Alltagslebens zeigen und wir versuchen, Zusammenhänge und gesellschaftliche Probleme zu beleuchten. Sie können unsere Arbeit unterstützen mit einem Kauf unserer Abos. Vielen Dank!

Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

Sie sind bereits Abonnent? Dann melden Sie sich hier an

Digital-Abo

Mit dem Digital-Abo profitieren Sie von vielen Vorteilen und können die Inhalte auf zueriost.ch uneingeschränkt nutzen.

Sind Sie bereits angemeldet und sehen trotzdem nicht den gesamten Artikel?

Dann lösen Sie hier ein aktuelles Abo.

Fehler gefunden?

Jetzt melden.

Kontakt

Inserieren

Abo

Services

Über uns