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Wenn Pinguine und Giraffen die Löwen in den Schatten stellen

Im südlichen Afrika ist Redaktorin Bettina Schnider vielen Tieren begegnet. Doch die vermeintlichen Langweiler haben ihr Herz erobert.

Löwen, die einfach dasitzen, können Redaktorin Bettina Schnider nicht begeistern. Sie schaut lieber Pinguinen oder Giraffen zu.

Fotos: Bettina Schnider

Wenn Pinguine und Giraffen die Löwen in den Schatten stellen

Tösswegs

Ende Jahr bin ich drei Wochen lang durch Südafrika, Simbabwe, Botswana und Namibia gereist.

Vor meiner Reise hat mich fast jeder und jede gefragt, auf welche Tiere ich mich denn am meisten freue: Die Löwen, die Nashörner oder doch die Elefanten?

Meine Antwort hat die meisten überrascht: Pinguine.

Ich schäme mich nicht dafür: Der Pinguin ist mein Lieblingstier. (Er hat irgendwann das Pferd abgelöst, als das «Rössli»-Fieber in der Pubertät vorbei war.)

Schon am dritten Tag meiner Reise war es so weit. Am Boulders Beach in der Nähe von Kapstadt sah ich zum ersten Mal Pinguine in freier Wildbahn. Und ich habe mich gefühlt wie ein kleines Kind im Süssigkeitenladen.

Sind sie nicht herzig, diese Brillenpinguine? Ich war entzückt und hätte am liebsten den ganzen Tag am Strand verbracht und den kleinen Kreaturen beim Schwimmen und Faulenzen zugeschaut.

Einige aus meiner Reisegruppe haben ob meiner Begeisterung gelacht. Sie waren sich sicher, dass ich die Pinguine bald vergessen würde, wenn ich Elefanten, Löwen oder gar Leoparden sehe.

Und klar habe ich mich gefreut, als ich im Chobe-Nationalpark in Botswana den ersten Löwen begegnet bin – natürlich immer mit sicherer Distanz aus dem Safari-Fahrzeug. Oder als wir im Okavangodelta ein ganzes Rudel sahen. Das war schon beeindruckend.

Aber nein, die Raubtiere haben mein Herz nicht ganz so hoch schlagen lassen wie die vermeintlich «langweiligen» Pflanzenfresser. So haben es mir auch die Giraffen angetan.

Haben Sie schon einmal einer Giraffe beim genüsslichen Fressen zugeschaut? Der kleine und zierliche Kopf und die sanften Augen, die immer den Eindruck vermitteln, als würde das Tier gerade über das Treiben rundherum urteilen.

Ich könnte stundenlang zuschauen – wie bei den Pinguinen. Auch Elefanten und Zebras haben auf mich diese magische Wirkung.

Man sieht Wasserböcke auf einer Wiese.
Ellipsen-Wasserböcke im Okavangodelta in Botswana.

Und haben Sie schon einmal Waterbucks, zu Deutsch Ellipsen-Wasserböcke, gesehen? Die mit dem lustigen Ring am Füdli? Die hatte ich vor meiner Reise gar nicht gekannt, dafür sind sie absolut bewundernswerte Tiere.

Sorry, da kann der Löwe einpacken. Mein Herz ist vergeben.

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