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Ein Socken-Update im Kleiderschrank

Die unifarbenen Modelle haben ausgedient: Redaktorin Bettina Schnider entdeckt ihr verborgenes Modebewusstsein.

Mit Pinguinen an den Füssen und Waden geht man ganz anders durchs Leben.

Foto: Bettina Schnider

Ein Socken-Update im Kleiderschrank

Tösswegs

Ich gebe es offen zu: Ich bin kein modebewusster Mensch. Ich habe keine Ahnung davon, wie man Farben kombiniert und welches Accessoire den «Look» noch verbessern könnte. Meistens, sprich eigentlich immer, trage ich Bluejeans, denn dazu passt jedes Oberteil. Das hoffe ich zumindest.

Ich gebe mir also schon sehr wenig Mühe, wenn es um die Kleider geht, die man sehen kann. Bis jetzt war ich in der Regel noch viel planloser, wenn es um die Stücke geht, die oft in den Schuhen und unter den Jeans verborgen sind: meine Socken.

Man muss dazu wissen, es liegt vermutlich auch an der Erziehung. Mein ganzes Leben lang trage ich schon Socken, die im Multipack beim Grossverteiler mit dem grossen M gekauft wurden. Alle paar Wochen sind die dort in Aktion. Dann hat man mal dunklere, mal hellere, aber stets preisgünstige Fusswärmer.

Mit grossen Motiven darf man halt beim Preis von gut 10 Franken für drei Stück auch nicht rechnen. Punkte scheinen das höchste der Gefühle zu sein. Über Jahre war mir das völlig egal.

Ein Tipp meiner Arbeitskollegin änderte alles. Sie wies mich darauf hin, dass der Grossverteiler meiner Wahl Ananas-Socken im Angebot hatte. Und da war es um mich geschehen. Noch am selben Tag wurde ich zum ersten Mal schwach – denn ich habe ein Faible für die Tropenfrucht. Eigentlich zum Essen, aber auf Socken sind sie auch ganz okay.

Neben meine unifarbenen, geradezu braven Modelle aus dem Sechserpack gesellten sich also die ersten Ananas-Socken. Doch dabei sollte es nicht bleiben: Socken mit Elch-Motiv, ein Mitbringsel meiner Eltern aus Schweden, sorgten für mehr Vielfalt in meiner Sockenschublade …

Und ich merkte, dass ich diese immer mit grosser Freude trug, auch wenn sie natürlich in Schuhen und unter den genannten Bluejeans verborgen waren.

Die Umwälzung geht seither schleichend voran. Segnen die Modelle aus den Sechserpacks das Zeitliche, werden sie jetzt durch auffälligere Modelle ersetzt. Die neuste Errungenschaft sind Pinguin-Socken.

Nun habe ich kürzlich dank einem Kollegen den nächsten Schritt auf dem Weg zur Sockenexpertin gelernt. Modelle mit unterschiedlichen Motiven links und rechts.

So weit bin ich aber noch nicht. Aber ich frage mich schon, was danach kommt. Vermutlich muss ich dann selber mit «Lismen» beginnen.

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