Abo

Meinung

Die dickköpfigen Hoffnungsvollen

Die Ausliker Bevölkerung wehrt sich seit Jahren gegen den geplanten Parkplatz. Lese Sie in unserem Kommentar, ob sie nun zu bewundern oder zu bemitleiden ist.

160 Parkplätze sollen am Dorfausgang Auslikon entstehen – und werden es wohl auch.

Foto: PD/Anja Furrer

Die dickköpfigen Hoffnungsvollen

Kommentar zum Parkplatzstreit in Auslikon

Sie geben einfach nicht auf. Die Ausliker Bevölkerung wehrt sich nach wie vor gegen die Parkplätze, die ihnen vor die Haustür gestellt werden sollen. Die Erfolgschancen: wohl gering.

Der Parkplatz nördlich der Badi Auslikon soll aufgehoben und verkleinert an den westlichen Dorfrand von Auslikon verschoben werden. Die Pläne aus dem Konzept Mobilität und Umwelt Pfäffikersee sind seit Jahren bekannt, trotzdem brandet nun erneut eine Welle des Aufstands aus dem kleinen Dorf auf.

Im Herbst 2019 präsentierte die damalige Regierungsratspräsidentin Carmen Walker Späh (FDP) das Konzept, welches das Naherholungsgebiet mit diversen Massnahmen entlasten soll. Die Ideen waren auch damals nicht ganz neu, seit über 20 Jahren beschäftigt sich der Kanton mit den Verkehrs- und Besucherströmen, die das Gebiet anzieht. Im Zentrum: der Juckerhof, der Campingplatz und die Badi Auslikon.

Kompromiss für die Natur

Alle beteiligten Interessensvertreter hätten von ihren Maximalforderungen abrücken müssen, betonte Walker Späh vor fast vier Jahren. Das ganze Konzept sei ein grosser Kompromiss zugunsten der Natur.

Doch genau die Auswahl dieser Interessensvertreter ist für die Ausliker ein rotes Tuch. Bisher blieben ihre Versuche, sich Gehör zu verschaffen, erfolglos.

Eine IG mit prominenten Vertretern soll es nun richten. Manche mögen von einem Ass sprechen, das kurz vor der öffentlichen Auflage aus dem Ärmel gezückt wird. Andere schütteln den Kopf ob dem sturen und scheinbar zwecklosen Kurs der Ausliker Bevölkerung.

Verschiedene Hoffnungen

Ist die Hoffnung auf eine Rettung in letzter Sekunde nun heroischer Mut oder verschliessen die Ausliker die Augen vor der Realität, wohl nie zu ihrem Ziel zu kommen? Verschiedene Vertreter der IG lassen verschieden tief blicken, inwiefern sie noch an einen Sieg glauben – oder zumindest hoffen.

Vielleicht ist es auch einfach an der Zeit, einzusehen, dass der Gegner zu gross, zu einflussreich ist. Die Bemühung der Ausliker alt Regierungsrätin, hier durch ihre Erfahrung und Kontakte das Ruder herumzureissen, wäre wohl der einzige Zaubertrank, den die unerschütterlichen Dorfbewohner doch noch zum Sieg führen könnte. Doch diesen hat sich seit den Römern schon manch einer erfolglos gewünscht.

Lesen Sie hier den Hintergrundtext zum Parkplatzstreit und den historischen Abriss, was in dem Konflikt bereits geschehen ist.

Abo

Möchten Sie weiterlesen?

Liebe Leserin, lieber Leser

Nichts ist gratis im Leben, auch nicht Qualitätsjournalismus aus der Region. Wir liefern Ihnen Tag für Tag relevante Informationen aus Ihrer Region, wir wollen Ihnen die vielen Facetten des Alltagslebens zeigen und wir versuchen, Zusammenhänge und gesellschaftliche Probleme zu beleuchten. Sie können unsere Arbeit unterstützen mit einem Kauf unserer Abos. Vielen Dank!

Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

Sie sind bereits Abonnent? Dann melden Sie sich hier an

Digital-Abo

Mit dem Digital-Abo profitieren Sie von vielen Vorteilen und können die Inhalte auf zueriost.ch uneingeschränkt nutzen.

Sind Sie bereits angemeldet und sehen trotzdem nicht den gesamten Artikel?

Dann lösen Sie hier ein aktuelles Abo.

Fehler gefunden?

Jetzt melden.