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Das Lamento einer Pollenallergikerin

Die Leiden der (nicht mehr ganz so) jungen Pollenallergikerin. Findet sie noch ein Mittel, das wirkt?

Bis zu vier Millionen Blütenpollen pro Grashalm: Das sind einfach zu viele.

Foto: Jürgen Kottmann (Alamy)

Das Lamento einer Pollenallergikerin

Tösswegs

No love is in the air – Pollen sind in der Luft. Und sie machen Redaktorin Bettina Schnider das Leben schwer. Und guter Rat scheint teuer zu sein.

Das Wetter ist schön. Eigentlich könnte ich jetzt im Pfäffikersee schwimmen oder unter einem Baum ein spannendes Buch lesen.

Aber ich kann es nicht. Stattdessen sitze ich auf dem Sofa und schaue eine weitere Dokumentation über den Sechstagekrieg an.

Denn vor der Tür lauern sie, oder besser gesagt in der Luft, die fiesen Gräserpollen. Sie lassen meine Augen jucken, meinen Hals kratzen und meine Nase laufen. Am liebsten würde ich weglaufen, aber nicht nach draussen.

Denn dorthin gehe ich im Moment nur, wenn ich muss. Zur Arbeit zum Beispiel. Oder um den Güselsack zu entsorgen.

Und das geht natürlich nur unter Drogeneinfluss: Augentropfen, Antihistamin-Tabletten und Nasenspray sind meine treuen Begleiter. Und von meinem derzeitigen Taschentuchverbrauch will ich gar nicht erst anfangen.

Wenn ich mich doch einmal der bösen Aussenwelt aussetze, muss ich danach sofort duschen, damit möglichst alle Pollen im Abfluss landen.

Ich verkomme langsam, aber sicher zur Hauskatze oder zum Hausmenschen. Und ich frage mich, ob diese Haltung eigentlich artgerecht ist. Zwingt mich mein Immunsystem, jeden Frühling wieder zum Höhlenmenschen zu verkommen? Ich dachte, die Evolution bringt uns vorwärts. Dabei wird es gefühlt jedes Jahr schlimmer.

Seit meiner Kindheit reagiere ich allergisch auf diese fiesen kleinen Dinger. Und jeden Sommer machen mir die Pollen wochenlang das Leben zur Hölle. Dieses Jahr, so liest man überall, ist es besonders schlimm. Auch bei mir.

Den durchschlagenden Erfolg kann ich leider noch nicht vermelden.

Und in der Not frisst der Teufel bekanntlich Fliegen. Oder ist bereit, jedes Hausmittel auszuprobieren. So schlucke ich etwa organischen Schwefel (pfui), weil mir das ein Arbeitskollege empfohlen hat, oder benutze eine Nasendusche (ebenfalls pfui).

Den durchschlagenden Erfolg kann ich leider noch nicht vermelden. Ich hoffe und warte auf den nächsten Regen – und darauf, dass die Blütezeit der Gräser endlich vorbei ist. Bis es so weit ist: Ich bin um jeden – «Hatschi! Tschuldigung» – Tipp dankbar.

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Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

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