Mehr Freude trotz Virusrisiko
Massenveranstaltung – allein dieser Begriff löst ungute Erinnerungen an die Zeit des Ausbruchs der Coronaepidemie in Europa aus: In Italien, Spanien oder Frankreich halfen solche Anlässe massgeblich mit, dass sich das Virus in Windeseile verbreiten konnte.
Beweis erbracht
Trotz diesem Schreckgespenst werden nun solche Grossveranstaltungen mit über 1000 Besuchern ab Oktober wieder zugelassen – und das ist richtig so. Auch wenn die Fallzahlen aktuell wieder ansteigen. Das bereitet Sorgen und mahnt zur Vorsicht. Aber eben: In den vergangenen sechs Monaten haben wir gelernt, wie wir dem Virus begegnen können. Mit entsprechendem Verhalten – Abstand wahren und wo das nicht geht eben mit Masken – lässt sich dessen rasante Verbreitung verhindern. Das haben wir bewiesen.
Wir können nicht auf ein Medikament oder eine Impfung gegen das Virus warten. Trotz gewisser Forschungserfolge ist der flächendeckende Einsatz noch in weiter Ferne. Und bis dahin sollten wir uns nicht vertrösten.
Fürs Leben
Es ist vor allem die gebeutelte Sport- und Kulturbranche gewesen, die sich für eine rasche Aufhebung der Obergrenze stark gemacht hat. Alleine wegen deren Klagen ist aus gesamtwirtschaftlicher Sicht die Lockerung nicht zu rechtfertigen. Dafür ist deren Rolle zu unbedeutend. Schätzungen gehen von rund einem Prozent der Volkswirtschaft aus, die solche Massenveranstaltungen zusammen generieren. Der potenzielle Schaden für die Wirtschaft bei einer erneuten Explosion der Ansteckungen wäre grösser.
Und dennoch: Wir müssen den Weg weiter beschreiten, mit dem Virus zu leben. Dass wir das können, haben wir bei den zurückliegenden Öffnungen bereits gezeigt. Und zu diesem Leben gehören eben auch Grossveranstaltungen, seien dies Fussballspiele, ein Rock the Ring oder andere Events. Auch wenn das alles mit einem Risiko verbunden ist: Unserem Gemüt und dem sozialen Leben wird die Lockerung gut tun. Und das rechtfertigt diese Öffnung.
