Was die Schweiz in den nächsten Wochen an Einschränkungen durchleben wird, hat es hierzulande seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr gegeben. Grenzen werden dichter gemacht, die Reisetätigkeit unterbunden, Veranstaltungsverbote erlassen, Schulen geschlossen, das (Gast-)Gewerbe massiv beschnitten. Unter dem Strich wird die persönliche Freiheit zugunsten der Sicherheit der gesamten Gesellschaft eingeschränkt.
Die Analogien zu gewissen Massnahmen während der Kriegszeit kommen nicht von ungefähr, denn tatsächlich geht es ja darum, in einem Kampf zu bestehen - auch wenn er sich heute gegen ein Virus richtet. Dass in solch aussergewöhnlichen Zeiten auch aussergewöhnliche Schritte eingeleitet werden müssen, ist nur konsequent. Und hoffentlich auch zielführend, um am Schluss erfolgreich zu sein.
Jeder wird es spüren
Das Coronavirus bekommt nun jeder und jede von uns in irgendeiner Form zu spüren. Es wird nicht nur zu einer Drosselung unseres Alltagstempos führen, sondern uns in gewissen Bereichen lähmen. Alle müssen Unannehmlichkeiten in Kauf nehmen und auf Gewohnheiten verzichten. Sehr viele Personen sowie Betriebe wird es finanziell hart treffen. Teilweise wird deren wirtschaftliche Existenz in Frage gestellt. Und auch in unserer Region wird das Virus einige Menschen gesundheitlich heftig angreifen.
Noch schwer abzuschätzen sind die langfristigeren Folgen. Wir sind jetzt alle angehalten, Distanz zu wahren. Damit werden Bahn und Bus aller Klimadiskussion zum Trotz plötzlich wieder unattraktiver. Das eigene Auto bietet besseren Schutz. Umgekehrt bekommt das Fliegen angesichts der Enge eine zusätzliche negative Komponente. Wird das Virus auch unser soziales Verhalten bleibend verändern?

