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Mit 8,5 Millionen gegen die Schlafstadt

Die Dübendorfer Stimmberechtigten haben sich mit 52,52 Prozent Ja Stimmen für das neue Mehrzweckgebäude ausgesprochen. Kostenpunkt: 8,5 Millionen Franken. Ein Kommentar zum Abstimmungsergebnis.

Wenn alles klappt, wie geplant, wird hier Mitte 2022 das neue erweiterte Kulturzentrum eingeweiht.

Thomas Bacher

Mit 8,5 Millionen gegen die Schlafstadt

Man hörte es zuletzt mit schöner Regelmässigkeit: Dübendorf wird spätestens dann offiziell zu einer Schlafstadt, wenn der 8,5-Millionen-Kredit für das Mehrzweckgebäude abgelehnt wird.

Tatsächlich ist es für eine Agglo-Gemeinde nicht einfach, ein identitätsstiftendes, eigenständiges kulturelles Leben aufzubauen und zu etablieren. Zu gross die Verlockungen der Grossstadt Zürich in unmittelbarer Nähe. Kommt dazu, dass das boomende Dübendorf mit Neuzuzügern geradezu geflutet wird. Spricht man mit diesen Neo-Dübendorfern, hört man den immer gleichen Grund für die Wahl des Wohnorts: «Man ist schnell in der Natur und schnell in Zürich.» Also nichts wie raus aus Dübendorf?

Am Wochenende haben die Stimmberechtigten ein anderes Signal ausgesandt – trotz einer breit aufgestellten Gegnerschaft, für die es das falsche Vorhaben zur falschen Zeit am falschen Ort war.

« Eine Mehrheit ist bereit, viel Geld für eine Erweiterung des Kulturzentrums auszugeben. »

Auch wenn das Abstimmungsergebnis letztlich knapp ausfiel: Eine Mehrheit ist bereit, viel Geld für eine Erweiterung des Kulturzentrums auszugeben. Für die Stadtmusik, die nun einen Ort für ihre Proben und Konzerte bekommt. Für das Theater Einhorn, das für seine Stücke bald auf den ungeliebten Hechtsaal verzichten kann. Für die Betreiber der Oberen Mühle, die Künstler und Publikum nun nicht mehr im engen Dachstuhl einpferchen müssen. Und für die Dübendorferinnen und Dübendorfer, die einen neuen Treffpunkt erhalten.

Sehr knappes Ja zu Mehrzweckgebäude in Dübendorf

10.02.2020

Kredit von 8,5 Millionen Franken

Das umstrittene Mehrzweckgebäude neben dem Kulturzentrum Obere Mühle kann gebaut werden. Beitrag in Merkliste speichern Ob die 8,5 Millionen Franken viel Geld für Wenige sind, wie die Gegner des Mehrzweckgebäudes im Abstimmungskampf monierten? Die Antwort darauf muss letztlich die Bevölkerung geben, indem sie nicht nur für das neue Gebäude bezahlt, sondern es auch nutzt.

Das überarbeitete Betriebskonzept hat diesbezüglich vorgespurt: Ansässige Privatpersonen und Firmen bekommen bei der Miete von Räumlichkeiten einen Lokaltarif. Für Vereine und Kulturanbieter aus Dübendorf, die öffentliche Veranstaltungen organisieren, gibt es nochmals eine zusätzliche Vergünstigung.

Dübendorf – ein Schlafstadt? Das ist noch nicht entschieden.

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