Vor sechs Wochen war noch völlig offen, ob diese Welle, die vor allem die SVP-Sitze in Exekutive und Parlamenten kostete, nicht zeitlich und lokal begrenzt ist. Der Auslöser, so wurde spekuliert, könnte die «No-Billag»-Initiative gewesen sein, die besonders viele linke Wähler an die Urne gelockt hätte – und in der Stadt Uster auch zu einer Annahme der grünen Waldinitiave führte.
Welle ebbt nicht ab
Jetzt aber zeigt sich, dass sie nachhaltiger ist. Die diesjährigen Gemeindewahlen im Kanton Zürich bringen vor allem Gewinne auf rot-grüner Seite und herbe Verluste für die SVP. An diesem Trend wird auch die dritte Wahlrunde am kommenden Wochenende nichts mehr ändern.
Wie bei jeder grossen Welle können sich lokal Strudel bilden, die Opfer mit sich hinabziehen. Förmlich untergegangen ist die SVP im starken Sog in Illnau-Effretikon: Sie hat auf einen Schlag alle drei Stadtratssitze verloren und büsst auch im Parlament einen Sitz ein. Auch in Uster erwischte es die Volkspartei böse. Während nun in Illnau-Effretikon die neue GLP-Stimme im Stadtrat das Zünglein an der Waage zwischen links und bürgerlich spielen wird, haben in Uster die Mehrheitsverhältnisse gekehrt: Statt SVP und FDP haben nun SP und Grüne die Oberhand.

