Es hat sich in den letzten vier Jahren viel verändert in der Oberländer Gemeindelandschaft. Verschiedene Schulgemeinden sind verschwunden – sei es, dass sich Primar- und Sekundarschulgemeinde zu einer Schulgemeinde zusammengeschlossen haben, sei es, dass der Anschluss an die politische Gemeinde gesucht wurde. Das ist gut so.
Für komplizierte Gemeindestrukturen gibt es keinen Platz mehr. Die Entscheide des Souveräns auf kommunaler Ebene sollen möglichst in einem Gremium gefällt werden. Es gibt keinen Grund, weshalb die Stimmbürger eines Ortes bis zu drei Budgets absegnen sollen. Schulische Belange werden auch in einer Einheitsgemeinde durch eine Schulpflege gut betreut. Das Modell der Einheitsgemeinde dürfte sich über kurz oder lang durchsetzen.
Fehlende Ressourcen
Dieser Trend wird jedoch von einer Entwicklung begleitet, die zur Sorge Anlass gibt: der immer schwieriger werdenden Suche nach geeignetem Personal für die Besetzung der Behörden. Nicht nur Schulgemeinden sind im Oberland aufgehoben worden. Ganze Gemeinden wie Sternenberg oder Kyburg gingen in grösseren Einheiten auf. Die Zeiten für kleine Gemeinden oder für politische Organisationseinheiten mit beschränktem Zuständigkeitsbereich sind härter geworden. Die fehlenden Ressourcen personeller und finanzieller Art sind dabei das Hauptproblem, aber auch das fehlende Interesse von Seiten der Stimmberechtigten offenbart vielerorts ein Legitimationsproblem.
Dabei ist die Führung einer Gemeinde immer anspruchsvoller geworden. Es gilt, die vielfältigen Ansprüche der Bevölkerung, aber auch den immer dichter werdenden Dschungel an Vorgaben von Kanton und Bund unter einen Hut zu bringen. Die Zeiten von Dorfkönigen, die in ihrem Herrschaftsbereich nach eigenem Gutdünken schalten und walten können, sind längst passé. Stattdessen wird die Gemeinde als Dienstleistungsbetrieb ausgestaltet: Es gilt, kompetent und möglichst zu jeder Zeit präsent zu sein. Dies wiederum ebnet einer weiteren Professionalisierung den Weg.

