Es ist Zeit für eine Dienstpflicht für Frauen
Sorgen über den Personalbestand der Armee haben in diesen Tagen die Diskussion über eine Verschärfung der Zulassungsbedingungen für den Zivildienst wieder angefacht. Seit einiger Zeit nimmt die Zahl der Stellungspflichtigen und ausgebildeter Soldaten zu, die der Armee den Rücken kehren. Sie versuchen, sich auf dem blauen Weg, also über einen ärztlichen Dispens, oder über den Zivildienst der Wehrpflicht zu entziehen.
Falscher Eindruck entsteht
Just während dieser Debatte gibt der Bundesrat nun bekannt, dass er prüfen will, ob auch Frauen für den Militär- oder den Zivildienst verpflichtet werden sollen. Der Zeitpunkt dieser Verlautbarung mag Zufall oder auch bewusst gewählt worden sein – seit 2012 befasst sich eine Studiengruppe schon mit dieser Frage –, jedenfalls hinterlässt diese einen falschen Eindruck.
Leicht macht es den Anschein, dass die Frauen jetzt, wo die Männer offenbar nicht mehr in der Lage sind, die Reihen im Militär zu füllen, als Lückenbüsserinnen herhalten müssten.
Dabei wäre es alleine schon wegen der fachlichen, aber auch sozialen Kompetenzen, die Frauen mitbringen, wichtig, dass sie nicht nur auf freiwilliger Basis in der Armee Dienst tun.
Gesellschaftspolitisches Gebot
Doch es geht auch um die Gleichstellung. Es ist nicht logisch, warum nur Männer einer Dienstpflicht unterliegen. Frauen könnten und sollten auch ihren Anteil leisten an einem Dienst, der der Allgemeinheit zugute kommt, sei dies nun in der Armee, im Zivilschutz oder im Zivildienst.
Eine Dienstpflicht für Frauen ist nicht wirklich innovativ, wie der Bundesrat dies findet. Zukunftsweisend – das zweite Attribut, das er in dieser Sache verwendet hat – ist sie dagegen schon. Gesellschaftspolitisch wäre eine solche Pflicht ein echter Fortschritt.
