Mehr Wohnkomfort dank Insektenschutz
Verlagsbeilage «4 Wände»
Offene Türen und Fenster bringen Frische ins Zuhause – mitunter aber auch ungebetene Gäste. Durchdachte Insektenschutzlösungen schützen wirksam, ohne den Wohnkomfort einzuschränken. Die verschiedenen Lösungen im Überblick.
Der meteorologische Frühling ist noch nicht zu Ende, der Sommer hat aber bereits einen ersten kleinen Vorgeschmack geliefert und Lust auf mehr gemacht. Auf ausgedehnte Tage in der Badi oder am See, auf jede Menge Glace und gemütliche Grillabende. Weit weniger Lust haben viele auf die zahlreichen Insekten, die jetzt wieder umherfliegen und -krabbeln. Denn nichts stört den Brunch auf der Terrasse so zuverlässig wie Wespen, die einem Rohschinken und Melonen streitig machen. Und wenn die Mücken im Minutentakt in ungeschützte Knöchel stechen, endet der gesellige Abend in der Gartenbeiz, bevor die Flasche Wein leer ist.
Damit einem die Plagegeister nachts nicht auch noch den Schlaf rauben, gibt es Tipps und Tricks, um sie aus dem Innern fernzuhalten: Anti-Mückenstecker, UV-Fallen oder Lavendelsäckchen – der Erfolg dieser Produkte ist jedoch meist überschaubar. Was hingegen wirklich hilft, die Blutsauger auszusperren, sind Insektenschutzgitter. Man sieht sie immer häufiger an den Fenstern von Wohnungen oder Häusern. «Meistens sind es das Schlafzimmer, die Küche oder das Badezimmer, die vor unerwünschten Besuchern geschützt werden sollen», sagt Matthias Winkler. Der gelernte Zimmermann hat sich vor gut vier Jahren selbständig gemacht und bietet im Raum Uster individuelle Lösungen für Insektenschutz an.
Insekten müssen draussen bleiben
Winkler ist überzeugt, dass immer mehr Menschen Massnahmen ergreifen, um Insekten aus den eigenen vier Wänden fernzuhalten, weil ihr Fokus auf das Wohlbefinden zu Hause zugenommen hat. «Die Leute sind sensibler gegenüber Mücken, Wespen oder Fliegen, als das vor 10 bis 20 Jahren der Fall war. Heute will man den Wohnbereich möglichst rein halten, und dazu gehört, dass er insektenfrei ist.» Dabei spielt es keine Rolle, ob man im Eigenheim oder in einer Mietwohnung lebt. «Mit Schraub- und Klebelösungen lässt sich bei fast jeder Wohnform ein Fenster oder eine Tür umrüsten, ohne grosse bauliche Eingriffe vorzunehmen.»

Am häufigsten verbaut Matthias Winkler bei Fenstern Spannrahmen, die sich dank Klick-System einfach entfernen und wieder einsetzen lassen. Nutzt man das Fenster regelmässig, um etwa Blumen zu giessen oder Grünabfall im Komposteimer zu entsorgen, eignet sich ein Rollo oder eine Pendelkonstruktion. «Der Insektenschutz sollte zum Verwendungszweck passen, da bewegliche Teile immer auch anfällig für Defekte oder Verwitterung sind», gibt Winkler zu bedenken.
Darum geht er für jedes Projekt vor Ort vorbei, inspiziert die Ausgangslage und bespricht die Wünsche mit den Kundinnen und Kunden. Die Produkte bestellt der Handwerker bei einem Lieferanten nach Mass und montiert sie anschliessend selbst. «Das ist immer wieder eine neue Herausforderung, denn kein Fenster und keine Türe ist gleich.» Dank viel Kreativität und der Flexibilität des Lieferanten konnte Winkler bisher immer eine Lösung finden.
Für Balkon- oder Terrassentüren, die man regelmässig als Durchgang nutzt, eignen sich Schiebeelemente, zusammenfaltbare Plissees oder Pendeltüren. Die Systeme haben Vor- und Nachteile und passen je nach Situation mehr oder weniger gut. «In einem Haushalt mit Kindern oder Haustieren empfiehlt sich zum Beispiel eine Pendeltüre, die sich einfach öffnen lässt und von allein wieder zu schwingt. Bei Schiebetüren ist ein Insektenschutz als Schiebeelement hingegen eine gute Wahl.»
Effektiver und pflegeleichter Schutz
Damit die Mücken und Fliegen sicher draussen bleiben, ist das Gewebe entscheidend. Auch hier gibt es je nach Anwendungsort und Vorlieben unterschiedliche Möglichkeiten. «Das robustere Standardgewebe kommt vielfach in Erdgeschosswohnungen oder bei Kellerfenstern zum Einsatz, da es den Raum zwar ein wenig verdunkelt, aber bei kleineren Krafteinwirkungen keinen Schaden nimmt», erklärt Winkler.
Wer trotz Insektenschutz die Aussicht geniessen will, setzt laut Experte auf das feinere Transpatec-Gewebe, das kaum auffällt. «Bei einer Pendeltüre lassen sich auch zwei Gewebearten kombinieren.» Eine zusätzliche Funktion bieten Pollenschutzgewebe, die je nach Maschenweite zwischen 50 und fast 100 Prozent lästigen Blütenstaub fernhalten. «Dabei sollte man aber beachten, dass bei einem so feinen Gewebe viel weniger Frischluft ins Innere gelangt.»
Während ältere Fliegenschutzgitter sich schon nach kurzer Zeit grau verfärbten und spröd wurden, sollten die heutigen Gewebe 15 bis 20 Jahre halten, ohne gröbere Gebrauchsspuren zu zeigen. Aufwendige Pflege ist nicht notwendig. «Es reicht, die Installationen ab und zu mit dem Staubsauger oder dem Mikrofasertuch zu säubern.»

Nicht nur die Langlebigkeit der Insektenschutzgitter, auch ihre Gestaltungsmöglichkeiten haben sich in den letzten Jahren stark verändert. Die Rahmen sind stark geschrumpft, sodass sie kaum noch auffallen und am Boden nicht zur Stolperfalle werden. «Zudem lassen sie sich in fast jeder Farbe herstellen, damit sie perfekt zum Aussehen der Fenster oder Türen passen.»
Die Automatisierung ist eine Entwicklung im Bereich Insektenschutz, die noch in den Kinderschuhen steckt. Derzeit gibt es schon einige Schiebeelemente auf dem Markt, die sich automatisch wieder schliessen, doch Winkler ist von diesen Produkten nicht überzeugt. «Meist kommen noch sehr klobige Motoren zum Einsatz, die nach kurzer Zeit einen Defekt haben. Deshalb warte ich lieber noch zu, bis ich meinen Kundinnen und Kunden auch automatische Lösungen anbiete.»
Insektenschutz zum Selbstanbringen – das sagt der Experte
«Die Insektenschutz-Kits, die man online oder im Baumarkt kaufen kann, sind grundsätzlich eine gute Budget-Variante. Damit sie ihren Zweck erfüllen, müssen sie jedoch richtig montiert werden, was nicht immer ganz einfach ist. Zudem halten die günstigen Klebelösungen meist nur ein oder zwei Jahre, dann muss man sie in der Regel ersetzen.»
Dieser Beitrag wurde in der Verlagsbeilage «4 Wände» veröffentlicht, die am 20. Mai mit dem «Zürcher Oberländer» und dem «Anzeiger von Uster» erschienen ist.
