In Illnau-Effretikon gibt es «Tätsch»
Ufschnappt
Ein Ort, der nach Ohrfeige klingt? Nicht nur in Illnau-Effretikon, sondern auch in Wald und in Bern gibt es Flurnamen mit «Tätsch». Sind wir etwa masochistisch?
Sowohl in Illnau-Effretikon als auch im Tätschtobel bei Bern oder beim Tätschgubel in Wald klatscht es klanglich verdächtig: Tätsch! Klingt nach einem groben Handschlag aufs Hinterteil, einem dumpfen Sturz vom Apfelbaum oder einem nassen Klaps. Aber steckt da wirklich rohe Gewalt dahinter?
Kuchen oder Kuhfladen?
Wer sich auf die Fährte des «Tätsch» begibt, landet im wortwilden Gelände des «Schweizerischen Idiotikons». Dort poltert das Wort als dumpfer Schlag, als platt gedrückter Kuchen – oder gar als Spitzname für eine Kuh, die gemächlich über die Wiese zieht und dabei ihre Tätschli hinterlässt. Denn auch der Kuhfladen heisst im Volksmund so. Wer schon mal barfuss über die Alp getanzt ist, kennt das Gefühl, wenn so ein Tätschli zwischen den Zehen zerrinnt.
