Er kämpft für einen Pumptrack in Bauma
Nachgefragt bei Turi Manz
Weil ihm die Jugend am Herzen liegt, setzt sich Turi Manz für einen Pumptrack ein. Vor der Abstimmung am 9. September erklärt er, warum Bauma einen solchen braucht.
Turi Manz lanciert mit vier Mitinitianten – Silvano Zanchi, Sandro Beer, Gian Badrutt und Marion Bär – eine Initiative zu einem Pumptrack in Bauma. Am 9. September wird darüber an der Gemeindeversammlung abgestimmt. Der Gemeinderat empfiehlt, die Initiative abzulehnen. Die Gemeinde verfüge über kein geeignetes Grundstück, und der Erwerb eines solchen sei zu teuer.
Herr Manz, weshalb braucht ausgerechnet Bauma einen Pumptrack?
Als jemand, der selbst an einem Hotspot lebt, wo sich viele Jugendliche aufhalten, weiss ich aus erster Hand, wie dringend sie einen echten Freizeitort brauchen. Ich gehe manchmal zu ihnen und sage, dass wir einen Pumptrack für sie bauen wollen. Einen Ort, an dem sie sich treffen und ihre Künste auf dem Velo zeigen können. Oft schauen sie mich dann überrascht an und fragen: «Sie wollen das wirklich für uns machen?» Ja, genau das wollen ich und meine Mitinitianten. Aber damit dieser Plan Wirklichkeit wird, müssen ihre Eltern am 9. September an der Gemeindeversammlung zustimmen.
Wie stellen Sie sich das Ganze vor?
Der geplante Pumptrack ist ein etwa 1000 Quadratmeter grosser, geschlossener Rundkurs aus Teer, der für spannende Fahrerlebnisse sorgt. Der Track ist mit verschiedenen Kurven, Wellen und Schwierigkeitsgraden gestaltet, was ihn für die ganze Familie attraktiv macht. Da kann das Kind mit dem Laufrad fahren und der Vater nebenan mit dem Mountainbike. Wo der Pumptrack gebaut wird, ist dann die Entscheidung der Gemeinde.
An wen soll sich der Pumptrack richten?
Der Verkehr auf den Strassen und Radwegen wird immer dichter. Der Pumptrack bietet eine hervorragende Alternative, um das Velofahren zu lernen. Besonders für Kinder ist der Pumptrack ideal. In einer sicheren Umgebung können sie erste Erfahrungen sammeln, während die unterschiedlichen Herausforderungen des Tracks ihnen helfen, schnell an Sicherheit zu gewinnen. Der Pumptrack soll in Bauma zum Treffpunkt von Jung und Alt werden.
Wie sicher ist das Ganze?
Ein Pumptrack ist definitiv sicherer, als auf der Hauptstrasse zu fahren. Ich sage aber nicht, dass es keine Unfälle geben kann. Wenn man etwas lernt, fällt man manchmal hin. Aber auf dem Pumptrack fällt man entweder raus und auf die Wiese, oder man rutscht ein bisschen am Teer runter. Logisch fällt man hin, aber man wird immerhin nicht von einem Auto überfahren.
Wie viel würde der Pumptrack kosten?
Der Pumptrack in Bauma soll ungefähr gleich gross wie jener in Rikon werden. Der Pumptrack selbst kostet 250'000 Franken ohne Land. Dafür muss die Gemeinde Geld in die Hand nehmen. Und hier ist das Volk gefragt, ob wir dieses Generationenprojekt in die Finger nehmen wollen. Ich lebe ja auch weiter, wenn das Volk nein sagt, aber es wäre schade.

Es gibt unzählige mögliche Freizeitbeschäftigungen. Warum soll es genau ein Pumptrack sein?
Ein Pumptrack würde den Jugendlichen nicht nur einen Ort zum Austoben bieten, sondern sie auch davon abhalten, ständig am Handy zu hängen. Wenn ich aus meinem Fenster schaue, sehe ich, dass 90 Prozent der Jugendlichen ihre Augen auf den Bildschirm gerichtet haben. Mit einem Pumptrack hätten sie eine Alternative. Schliesslich kann man nicht gleichzeitig auf dem Handy scrollen und mit dem Fahrrad Kunststücke machen.
Inzwischen gibt es im Zürcher Oberland ausserdem mehr Gemeinden, die einen Pumptrack haben, als Gemeinden, die keinen haben. Da können wir auch etwas Gutes für unsere Gemeinschaft machen.
Wieso braucht Bauma denn auch noch einen Pumptrack, wenn es in fast jeder Gemeinde einen hat?
Zum Pumptrack fährt man mit dem Fahrrad, nicht mit dem Auto. Das ist der Sinn dahinter. Wenn der Vater seine Kinder ins Auto laden und dann nach Wetzikon oder Rikon fahren muss, ist das auch nicht umweltfreundlich.
Zu Turi Manz
Der74-Jährige war bis 2015 Betriebsleiter des Hallenbads Bauma. Jetzt ist er schon neun Jahre pensioniert, ist aber noch immer aktiv. Er gehört zum Verein Interessengemeinschaft Pro Bauma, welcher der Pumptrack-Initiative einen ersten Anschub gab. Mit seinen Enkeln geht Turi Manz selber gerne zum Pumptrack in Rikon und geniesst dort die Zeit mit seiner Familie.