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Politik macht Angst

Ein Leser fragt sich, wieso die Politik mit ­Ängsten argumentieren müsse.

Foto: Mel Giese Pérez

Politik macht Angst

Leserbrief

Res Kieser, Pfäffikon

Res Kieser

Pfäffikon

Ich sehe am Strassenrand viele Plakate: «Zürcher Untergang verhindern!» Ich lese in der Tageszeitung vom 24. April: Google, NEC, Meta, Apple, Disney, Microsoft, Oracle sind nach Zürich gezogen, 100 000 zusätz­liche Arbeitsplätze sind in den letzten zehn Jahren entstanden.

Ich überlege: Muss der Kanton Zürich in dieser Lage wirklich die Unternehmenssteuern senken, um den Untergang zu verhindern? Offensichtlich überzeugt ja der Standort ­Zürich, Steuern hin oder her.

Ich frage mich: Wieso muss die Politik eigentlich mit ­Ängsten argumentieren, von Untergang posaunen, wenn es um ein Steuerprozent geht? Die Bevölkerung ist angesichts der heutigen Schwierigkeiten genug verunsichert. So wäre es doch die Aufgabe der Politik, Mut zu machen, Visionen zu zeigen, Wege vorzuschlagen, Kompromisse zu formulieren. Eine positive Grundhaltung ­erleben wir in der eigenen ­Familie ja auch als sinnvoll, und wir streben sie in der ­Erziehung an. Wieso soll das in der Politik nicht auch funk­tionieren, und zwar auf allen Ebenen?

Beispiel Fusion Pfäffikon und Wildberg: Die meisten Parteien sind dagegen. Gerade sie sollten doch den Mut haben, Ja zu sagen zum Prüfen dieser ­Fusion. Denn um das geht es in der Abstimmung vom 18. Mai, eine Zusammenlegung zunächst mal zu prüfen. Nicht mehr, nicht weniger.

Ja, ich wünsche mir, dass die Politik uns Mut macht, uns überzeugt, uns mitnimmt. Und nicht auf Plakaten die «Titanic» untergehen lässt.

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