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Die Braut «Wildberg» sucht einen Bräutigam

Ruedi Gross will nicht, dass Wildberg mit Pfäffikon fusioniert.

Foto: Simon Grässle

Die Braut «Wildberg» sucht einen Bräutigam

Leserbrief

Ruedi Gross

Pfäffikon

Die Einwohner und Einwohnerinnen der Gemeinde Wildberg (1050 Einwohner, 10,83 Quadratkilometer) möchten sich eingemeinden. Dies ist sicher richtig. Dass ihre Wahl auf Pfäffikon (12 000 Einwohner, 19,52 Quadratkilometer) fällt, als starken Partner an ihrer Seite, ist ebenfalls verständlich. Pfäffikon hat einen attraktiven Steuerfuss von 110 Prozent (Wildberg 127 Prozent), eine Verwaltung, die gross genug ist, um ein solches Unterfangen zu stemmen, und eine Infrastruktur, die sehr gut ausgebaut und unterhalten ist.

Vernünftigerweise sollte sich Wildberg jedoch einen Partner im Tösstal suchen. Dies aufgrund der Tatsache, dass Wildberg mit den Gemeinden Turbenthal, Wila und der Stadt Winterthur mit vielen wichtigen Verträgen verbunden ist. Als Beispiele möchte ich nennen: Schulen, Feuerwehr, Betreibungsamt, Abwasserreinigung, Grüngut- und Abfallentsorgung, Stromversorgung, Trinkwasserversorgung, Altersheim usw. Die Wege nach Pfäffikon sind zu lang. Zum Beispiel zum Besuch der Verwaltung, dem Besuch der Gemeindeversammlungen, für die Schulkinder, die Werke usw.

Für Pfäffikon kämen einige neue Aufgaben hinzu: Aus­weitung des Gebiets der Gemeindepolizei mit vermutlicher ­Stellenaufstockung, zusätzliche Verwaltungsstellen in Pfäffikon, Schultransporte für Sekundarschüler, die Werke in Pfäffikon, die ihr Personal ­aufstocken und auch personell in Wildberg präsent sein müssten, den Strassenunterhalt, die Schneeräumung und noch ­einiges mehr.

Die Steuerzahler in Pfäffi-kon müssen sich bewusst sein, dass die Steuereinnahmen aus Wildberg die Mehrkosten nicht decken würden.

Ich bin der Meinung, Wildberg sollte sich einen Bräutigam im Tösstal suchen und bin mir bewusst, dass eine Eingemeindung, zum Beispiel mit Turbenthal, einen Bezirkswechsel zur Folge hätte. Der Versuch, alles «schönzureden», ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass die Eingemeindung für Wildberg und Pfäffikon keine gute Lösung ist. Um das zu erkennen, braucht es keine Ausarbeitung eines Vertragsentwurfs, der einen hohen administrativen und finanziellen Aufwand nach sich ziehen würde.

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