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Flugfeld Hasenstrick: Mehr Lärm, noch weniger Ruhe

Martin Papp will nicht, dass der Flugplatz auf dem Hasenstrick wieder in Betrieb kommt.

Foto: Simon Grässle

Flugfeld Hasenstrick: Mehr Lärm, noch weniger Ruhe

Leserbrief

Martin Papp

Hadlikon

Im Zusammenhang mit den konkreten Plänen zur Wiederaufnahme des Flugbetriebs auf dem Flugfeld Hasenstrick ­konnte noch bis zum 4. April Einsprache eingelegt werden. Vor allem der Helikopterbetrieb stört massiv. Die Unterlagen können eingesehen werden unter: www.bazl.admin.ch/sil-mitwirkung. Störend ist nicht nur der geplante zusätzliche Lärmteppich, störend ist auch die merkwürdige Ruhe bei den Gemeinden Dürnten und Hinwil.

In der Region gibt es folgende Flugplätze: Mollis, Schänis, Lachen, Hasenstrick, Speck, Dübendorf, Kloten, Hausen am Albis; etwas weiter entfernt noch Sargans und Birrfeld. Mit dem Fahrrad kann man diese zehn Flugplätze an einem einzigen Tag erreichen. Wo auf der Welt gibt es das noch?

Nach einer arbeitsamen Woche freuen sich die meisten auf ein geruhsames Wochenende; aber die Freude streikt unter ­anderem im Zürcher Oberland. Der Lärm wird immer grösser, sieben Tage in der Woche. Die Lebensqualität leidet enorm. Anflüge nach Kloten ab 5.55 Uhr sind für sich gesehen verkraftbar, am Abend als Abrundung für die lärmgeplagten Mitmenschen immer mehr auch in umgekehrter Richtung. An die Militärflugis als Dauergäste hat sich die Bevölkerung des Oberlands seit Jahrzehnten gewöhnt. Etwas weniger an die Freizeitflugis mit Uraltmodellen, die vor allem langsam fliegen und ein Maximum an Lärm produzieren, meistens an den wenigen lauen Sommerabenden.

Und ja, nicht zu vergessen all die Helis, die täglich den Lärm über der Greater Zurich Area vermehren dürfen. Dazu der übliche Lärmteppich der «Sport»-Autos, das Aufheulen der Töffs zu jeder ­Tages- und Nachtzeit. Für die einen ist der Sound sexy, für ­andere gesundheitsgefährdend. Als Velofahrer verhalte ich mich wie im Schiessstand und nehme Ohropax, damit das Trommelfell eine Überlebenschance hat. Ohropax heisst Friede für die Ohren. Und sollten sie trotzdem kaputtgehen, kommt Trost aus Stäfa: Bi so viel Lärm han i d Sonova gärn!

Im Ernst: Ich bin durchaus der Meinung, dass man nicht einfach alles verbieten kann, und es braucht etwas gegenseitige Toleranz – aber im Sinne von Geben und Nehmen. Die Grenze zwischen massvoll und masslos wird jedoch immer ­öfter überschritten, eine Zeit­erscheinung, die sich neben der Lärmproduktion auch in anderen Bereichen beobachten lässt.

Viele Probleme sind im Kanton Zürich eine Herausforderung, und nicht alle sind – im Gegensatz zum Hasenstrick – haus­gemacht: In den Bereichen Mobilität trägt unser Kanton für die ganze Schweiz überproportionale Belastungen, das heisst viel Lärm. Das Gleiche gilt für den Finanzausgleich.

Ich wünsche mir mehr Lebensqualität für unseren schönen Kanton. Deshalb: Hasenstrick R. I. P.

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Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

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