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Wegbereiter eines globalen Tohuwabohu

Donald Trump (rechts) bei einem Treffen mit Xi Jinping im November 2017. (Archiv)

Foto: AP Photo/Andy Wong

Wegbereiter eines globalen Tohuwabohu

Leserbrief

Theo Dollenmeier

Wald

Der neue US-Präsident Donald Trump wirft die bewährten Spielregeln auf der geopolitischen Bühne über Bord.

Trump breitete der UNO-Vollversammlung einen Resolutionsentwurf vor, in welchem Russland explizit nicht als ­Aggressor genannt werden soll. Der UN-Sicherheitsrat hat sich für diese moskaufreundliche Resolution entschieden. Das verabschiedete Papier mit dem Titel «Der Weg zum Frieden» benennt Russland nicht als ­Aggressor und fordert auch keinen russischen Rückzug. Putin wird somit salonfähig ­gemacht, der Kriegsverbrecher wird praktisch rehabilitiert.

Alle Welt hat den Eklat im Weissen Haus miterlebt, den Streit zwischen Trump, dem Gastgeber, und Selenski, dem Gast, der seit drei Jahren im Krieg gegen den reingewaschenen Aggressor steht. Wie sich der Gastgeber seinem Gast ­gegenüber verhält, ist haarsträubend. Trump wirft die Anstandsregel «Gast ist König» über Bord und macht sich selbst zum König, der dem Gast eine Audienz anbietet. Dem «Bauer» Selenski wird klar vor Augen geführt, wie das Trumpsche Schachspiel funktioniert.

Trump fällt Selenski ins Wort, als dieser ihm erklärt, wiePutin sich in den letzten Jahren wiederholt nicht an die Abmachungen hielt. Trump erklärt Selenski unmissverständlich seine Spielregeln: Der Stärkere hat das Sagen, und das bist nicht du und auch nicht deine «Bauernkollegen» in Europa, sondern ich und mein wertgeschätzter Kollege Putin. Ab jetzt gilt das evolutionistische Gesetz: Der Stärkere überlebt auf Kosten des Schwächeren. Im Klartext: «Entweder Selenski macht mit – oder wir sind raus.» Dem König gebührt Respekt und Dank.

Vor Selenski war «Bauer» Macron und «Bauer» Starmer zu Gast bei «König» Trump. Beide konnten nichts ausrichten. Die nächste «Bäuerin» wird voraussichtlich Meloni sein, die das Zerwürfnis mit viel Charme reparieren soll. Trump wird sich nicht umstimmen lassen, genauso wie sich Putin vor dem Ukraine-Krieg nicht von den europäischen «Bauern» umstimmen liess.

Mit stolzgeschwellter Brust sagt Trump, dass er der Einzige sei, der diesen Krieg hätte verhindern können, und er nun der Auserwählte ist, diesen Krieg zu beenden. Trump will so rasch wie möglich dieses ­Kapitel schliessen, Schwamm drüber, ausblenden, jeder macht mal einen Fehler, macht nicht so ein grosses Drama draus, gebt einander die Hand.

Donald Trump hat Grösseres vor Augen. Er will die Welt in drei Machtblöcke aufteilen, das Russische Reich, das Chinesische Reich und das Amerikanische Reich nach folgender Regel: Jedem das Seine, mir das Meiste.

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