Wetzikon und die Verkehrsprobleme
Leserbrief
«Weniger Autos, mehr ÖV und ein besseres Velonetz» sind die Ziele des Wetziker Stadtrats laut ZO/AvU vom 30. Januar. Die Mobilitätsstrategie der Stadt verlangt mehr Lebensqualität, den Verkehr auf die Hauptachsen zu lenken, die Bahnhofstrasse deutlich vom motorisierten Verkehr zu entlasten und den Veloverkehr auszubauen. Was ist davon zu halten? Schlicht nichts.
Das Wetziker Strassennetz hat sich seit Napoleon nicht wesentlich verändert. Seit über einem halben Jahrhundert werden Studien erstellt zur «Verbesserung der Verkehrslage». Diese Studien füllen mittlerweile viele tiefe Schubladen. Am 4. Dezember 1994 – man erinnert sich vielleicht – wurde das «verkehrsfreie Zentrum Oberwetzikon» wuchtig mit 3806 Nein zu 1961 Ja verworfen.
Die Stimmbeteiligung betrug sensationelle 52 Prozent. Das war der Tod für jegliche Verbesserung der Wetziker Verkehrslage. Denn: Alle Hauptverkehrsstrassen führen durch Wohngebiete, die Bahnhofstrasse ist die Hauptverkehrsstrasse schlechthin (Wie soll die entlastet werden?), Wetzikon wird keine Velostadt, es regnet zu viel, und die Winter sind zu lange. Und die 10 000 zusätzlichen Einwohner werden einige tausend Autos mitbringen.
Die Wetziker Verkehrslage lässt sich nur bei einer massiven Veränderung der «Grosswetterlage», etwa einem nordkoreanischen Kernschlag, verändern. Der Stadtrat ist gehalten, reinen Wein einzuschenken.
