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Leserbeiträge

Selber schon eine Stadtbahn gefordert

Paul Stopper über seine Idee der Stadtbahn. (Symbolbild)

Foto: Christian Brändli

Selber schon eine Stadtbahn gefordert

Leserbrief

Paul Stopper

Uster

Jürg Streuli aus Wetzikon schreibt in seinem Leserbrief, dass der Vorschlag für eine Stadtbahn Zürcher Oberland–Obersee eine Illusion sei. Diese Meinung ist seltsam, schlug Jürg Streuli doch am 30. September 2023 in einem ZO/AvU-Leserbrief unter dem Titel «Eine S14 nach Bäretswil» auch eine Art Stadtbahn vor. Sein Vorschlag jedoch würde bedeuten, dass die heutigen 220 Tonnen schweren S14-Doppelstockkompositionen mit mindestens 100 Metern Länge und 345 Sitzplätzen nach Bäretswil fahren müssten. Das ist jetzt wirklich eine unsinnige, nicht finanzierbare Utopie. Das würde sehr teure Sitz­platzkosten ergeben und einen Ressourcenverschleiss sondergleichen bedeuten. In der Regel ­genügen auf den Linien 850 und 851 die VZO-Gelenkbusse mit zirka 40 Sitzplätzen vollauf.

Leichtfahrzeuge im Einsatz

Der Vorschlag einer Stadtbahn basiert auf kurzen, leichten Fahrzeugen auf den Schienen der SBB. Die IG Tösstallinie hat in einer Studie aufgezeigt, dass mit zwei Leichtfahrzeugen ein Halbstundentakt von Wetzikon nach Hinwil und Bauma betrieben werden kann – versetzt um eine Viertelstunde zur S14. Mit Leichtfahrzeugen können auf der Strecke Wetzikon–Bauma zu den bestehenden Bahn­haltestellen einige zusätzliche Haltestellen erstellt werden, so etwa in Wetzikon-Schöneich, in Hinwil-Bossikon, bei der Hinwiler Kirche, bei Weinhalde/­Alpenblick, in Bäretswil-Bus­senthal und in Bauma bei ­Höckler-Morgenwies (bei der Strassenüberführung Siliseggstrasse).

Mit einer solchen Stadtbahnlinie kann der Anschluss an die S15 von/nach Zürich und Rapperswil ganztägig hergestellt werden. Für Hinwil ergäbe dies einen integralen Bahn-Viertelstundentakt Wetzikon–Hinwil.

Eine Wiederinbetriebnahme der Bahnlinie Hinwil–Bauma für den fahrplanmässigen Personenverkehr ist Teil des vorgeschlagenen Stadtbahnnetzes Zürcher Oberland–Obersee. Noch etwas zum «Umweg» von Wetzikon nach Bäretswil und Bauma via Hinwil: Die Reisezeit der schnellsten Bahnverbindung Wetzikon–Hinwil–Bauma betrug im Jahr 1966 – also vor der Umstellung der Bahn auf den Bus – 22 Minuten. Heute beträgt die Reisezeit Wetzikon–Bauma mit dem VZO-Bus 23 Minuten. Mit modernen Stadtbahnfahrzeugen kann die damalige Reisezeit also eingehalten werden. Es ist zu berücksichtigen, dass ­gemäss der IG Tösstallinie die heutige VZO-Linie Wetzikon-SBB–Oberwetzikon–Bäretswil–Adetswil beibehalten werden soll.


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