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Deplatzierte Stimmbürger-Beschimpfung

Das Gebiet Tumbelen Nord sorgte an der Gemeindeversammlung in Pfäffikon für Diskussionen.

Foto: Simon Grässle

Deplatzierte Stimmbürger-Beschimpfung

Leserbrief

Christian Huber

Pfäffikon

Am Montag, 16. September, fand in Pfäffikon eine Gemeindeversammlung zum Thema Zen­trumsplanung statt. Im Vorfeld hatten sich die Pfäffiker Ortsparteien eingehend mit dem komplexen Thema befasst und sich auch mit Stellungnahmen im ZO/AvU verlauten lassen. Der CEO der Firma Huber+Suhner, Urs Ryffel, hatte in einem Interview zu diesem Thema (ZO/AvU vom 14. September) kritisiert, dass die Gemeinde in der BZO eine Quote von 10 Prozent für preisgünstigen Wohnraum festgeschrieben habe – eine Entscheidung, die auf allen Seiten zu Einbussen führe. Bei der Ausarbeitung der BZO sei Huber+ Suhner nicht einbezogen worden. Der Gemeinderat habe dies im laufenden Prozess einseitig entschieden, was er sehr be­daure. Aus diesem Grund habe Huber+Suhner die weit fort­geschrittenen Gespräche mit ­einem auch für die Gemeinde geeigneten Investor gestoppt.

So viel zu den Geschehnissen im Vorfeld der Gemeindeversammlung. Diese war mit rund 400 Stimmbürgern sehr gut besucht. Während rund vier Stunden wurde engagiert und sachlich diskutiert. Es war einmal mehr gelebte Demokratie, wie sie nur die Schweiz kennt. Im Verlauf zahlreicher Abstimmungen wurden alle Artikel zum Areal Tumbelen Nord deutlich abgelehnt, ebenso die vom Gemeinderat geplante Grünflächenziffer von 40 Prozent.

Der Bauvorstand der Ge­meinde Pfäffikon, Lukas Steudler (FDP), sieht in diesem demokratischen Ergebnis ein «Misstrauen, das dem Gemeinderat entgegengebracht» werde, eine «Stimmung, die der konstruktiven Demokratie und der Entwicklung von Pfäffikon» nicht diene. Diese Auffassung des Bauvorstands Steudler von Demokratie ist – zurückhaltend ausgedrückt – befremdlich. Offenbar ist er der Meinung, weil der Gemeinderat «ein breites politisches Spektrum» abdecke, müssten die Stimmbürger gemeinderätliche Vorlagen ungeprüft durchwinken.

Tun sie dies nicht, so kommt nach Steudlers Auffassung «das Milizsystem mit der Gemeindeversammlung an seine Grenzen». Vollends ins Abseits manövriert sich Steudler mit seiner Behauptung, die Gemeindeversammlung habe die Bevölkerung schlecht repräsentiert und habe «fast nur noch aus älteren Herren» bestanden. Dass unter den Teilnehmern der GV zahlreiche Junge beiderlei Geschlechts waren und dass mehrere Stimmbürgerinnen von links bis rechts engagierte Voten abgaben, scheint ihm entgangen zu sein. Ob seine Stimmbürger-Beschimpfung klug ist, muss Lukas Steudler selber wissen. Es sind nämlich auch seine Wählerinnen und Wähler.


«18 Abstimmungen, und eine bremst die Zentrumsplanung in Pfäffikon aus», 17. September

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