Irreführende Plakate gegen Biodiversitätsinitiative
Leserbrief
Bauernbetriebe wehren sich mit vom Bauernverband gelieferten Plakaten auf ihrem Land gegen die Biodiversitätsinitiative, die am 22. September zur Abstimmung gelangt. So treffe ich zum Beispiel bei einem Feld mit Freilandblumen ausserhalb von Illnau auf den Spruch: «30 % Fläche weg – Tschüss Schweizer Lebensmittelproduktion».
Andere Plakate sagen dasselbe für die Holzernte im Wald. Leider ficht die Landwirtschaftsbranche auf diese Weise mit unlauteren Argumenten. Es ist richtig, dass es mehr gute Lebensräume bräuchte, um unsere Vielfalt an Pflanzen, Tieren und Landschaften zu erhalten. Und es braucht dazu ein Netz geschützter Flächen. Aber nur ein kleiner Teil davon kann nicht gleichzeitig genutzt werden.
Vielmehr geht es darum, auch in unsere bewirtschafteten Böden mehr biodiverse Qualität zu bringen, also eine bessere Vereinbarung von Schonung und Nutzung. Die Initiative nennt keinerlei Flächenziele, sondern verlangt schlicht und einfach mehr Engagement für den Erhalt der in unserem Land stark gefährdeten Biodiversität. Diese ist entgegen aller Polemik die Voraussetzung dafür, die Landwirtschaftsböden fruchtbar zu halten und dank der Bestäubung durch Insekten eine reiche Ernte einzufahren.
