Nein zur falschen und überflüssigen Biodiversitätsinitiative
Leserbrief
Die Biodiversitätsinitiative trägt einen falschen Namen. Er suggeriert, dass es primär um den Artenschutz gehe. Aber erstens geht es unserer Artenvielfalt eindeutig besser, als die Initianten behaupten, auch wenn dies nicht den Wünschen von Grünen, Greenpeace, WWF & Co. entspricht. Zweitens ist sie völlig überflüssig. Die geltenden Natur- und Umweltschutzbestimmungen ermöglichen einen genügenden Schutz von Natur, Fauna und Flora.
Alle allfällig notwendigen Natur- und Artenschutzmassnahmen können bei Bedarf auf den bestehenden Rechtsgrundlagen realisiert werden (siehe zum Beispiel BV Art. 73 ff.). Es gibt auch genügend ökologische Ausgleichs- und Schutzflächen. Deren Wirkung kann mit einer effizienteren Bewirtschaftung erhöht werden. Neue Forderungen für zusätzliche Ökoflächen zu Lasten der landwirtschaftlichen Nutzfläche sind inakzeptabel.
Der Vergleich des Initiativkomitees in seiner Pro-Argumentation «Seit 1900 gingen 7594 km² an artenreichen Lebensräumen wie Trockenwiesen, Auen und Mooren verloren» ist nicht stichhaltig, weil in diesem Zeitraum die Schweizer Bevölkerung von zirka 3,5 Millionen auf rund 9 Millionen Personen angewachsen ist und entsprechend mehr Wohn-, Verkehrs- und öffentliche Flächen beansprucht. Bedenklich ist diese Initiative zudem, weil sie den Interessen von Heimat-, Denkmal- und Landschaftsschutz quasi einen Blankoscheck gibt, um nach Belieben noch mehr in die Eigentumsrechte der Bürger hineinzupfuschen.
Das ist ein No-Go. Bereits heute führen sich deren Vertreter auf, wie wenn die Schweiz ihnen gehören würde. Ein Tipp: Eine Beschränkung der Zuwanderung hätte eine positive Wirkung auf Natur- und Heimatschutz. Zwischen 2007 und 2022 hatte die Schweiz einen Einwanderungssaldo von durchschnittlich mehr als 71’964 Personen pro Jahr, was der Einwohnerzahl von St. Gallen entspricht. Es braucht also ein Nein zur falschen und überflüssigen Biodiversitätsinitiative.