Kinderarbeit war auch im Oberland einst verbreitet
«Aus der Not geboren»
Eine Ausstellung im Landesmuseum befasst sich mit der Kinderarbeit in der Schweiz. Mit der Textilindustrie war das System der Ausbeutung zwangsläufig auch Teil des Oberlands.
Kinderarbeit assoziiert man oftmals mit Minenwerken, Kakaoplantagen oder Textilfabriken in der Dritten Welt. Dass es sich bei der Ausbeutung von Kindern um ein Problem von asiatischen oder lateinamerikanischen Ländern handelt, ist jedoch ein Trugschluss.
Die Schweiz hat eine Vergangenheit, die alles andere als kinderfreundlich gilt. Die Ausstellung «Aus der Not geboren. Arbeitende Kinder» im Landesmuseum in Zürich, die noch bis zum 20. April läuft, zeigt, wie sehr Fabriken in der Schweiz auf arbeitende Mädchen und Jungen setzten.
So lässt sich die Geschichte der Textilindustrie im Oberland nicht beschreiben, ohne dabei die Ausbeutung von Kindern zu beleuchten. Der «Anzeiger von Uster» war dabei nicht nur ein Zeitzeuge, sondern auch indirekt beteiligt.
