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Seine Bilder sollen helfen, Träume zu erfüllen

Als Kind war Hojas bereits gerne kreativ. Aber Malunterricht mochte er trotzdem nicht.

Foto: PD

Seine Bilder sollen helfen, Träume zu erfüllen

Oberländer Maler Oliver Hojas

Oliver Hojas glaubt fest an das Gesetz der Anziehung. Er ist überzeugt: Das hat ihm ein Leben als Künstler ermöglicht.

Wer die Wohnung von Oliver Hojas betritt, merkt sofort: Hier wohnt ein Künstler. Unzählige seiner Bilder zieren die Wände, selbst im Badezimmer kann man Kunstwerke bestaunen. «Ich habe sicher keine Probleme damit, meine Wohnung zu bebildern», sagt er und lacht.

«In der Kunst kann ich mich ausdrücken.» Seine Bilder bezeichnet er als abstrakt. Am liebsten arbeitet er mit Modelliermasse und Farbe. So entstehen, wie er es nennt, ausdrucksstarke Bilder.

«Ich war schon als Kind sehr kreativ. Doch damals habe ich meine Kreativität noch anders ausgelebt», erinnert er sich. Zum Beispiel mit Beatboxen – ein Hobby, das er in seiner Zeit im Kinderheim ausübte.

Dort verbrachte Hojas acht Jahre seiner Kindheit. «Meine Familienverhältnisse waren schwierig und nicht immer stabil», erklärt er. Als Hojas acht Jahre alt war, wurden er und sein Bruder fremdplatziert. Davor lebten sie mehrere Jahre im Bezirk Hinwil.

Eine turbulente Zeit

Im Kinderheim blieb seine künstlerische Ader nicht verborgen. Ein Betreuer habe ihm bereits damals gesagt, dass in ihm ein Künstler stecke, erzählt Hojas. «Das habe ich zu dieser Zeit noch belächelt.»

Den Kunst-Unterricht fand er total langweilig. «Da mussten wir oft mit Bleistift zeichnen.» Viel lieber hätte er frei mit Farben gemalt.

Mit 16 Jahren verliess Hojas die Institution, begann eine Lehre in Zürich im Detailhandel, brach sie aber nach zwei Jahren wieder ab. Es folgten einige Jahre, die die meisten wohl als turbulent bezeichnen würden. Hojas wechselte oft den Wohnort, hatte diverse Teilzeitstellen, reiste viel.

Der heute 27-Jährige war auf der Suche nach sich selbst – und fand dabei zur Kunst. «Zuerst versuchte ich es mit der Fotografie, aber das wollte nicht wirklich klappen», sagt er.

Und so begann er zu malen. Zuerst nur hobbymässig. Er arbeitete weiterhin Teilzeit in verschiedenen Jobs und hielt sich so finanziell über Wasser.

2017 verkaufte er per Zufall sein erstes Bild. Dieses hing bei seiner Mutter in der Wohnung. «Ein Bekannter interessierte sich», erinnert sich Hojas, «und bot mir einen guten Preis.»

Den Lohn von elf Monaten habe ich plötzlich in eineinhalb Monaten verdient.

Oliver Hojas, Künstler

Daraus entstand der Gedanke, dass er Bilder nicht nur für sich, sondern zum Verkaufen malen möchte. Er fing langsam an und vertrieb die Bilder vor allem in seinem Umfeld.

«Energien, die alles möglich machen»

Vor zwei Jahren entschied Hojas, dass er sich Vollzeit auf die Kunst konzentrieren möchte. Seine ersten Kunden waren aus dem Bekanntenkreis, doch auch auf Social Media machte er Werbung für sich. «Mund-zu-Mund-Propaganda ist sehr wichtig», betont er.

Wenn wir ganz fest an etwas glauben und davon überzeugt sind, kommen Energien zusammen.

Oliver Hojas

Schnell realisierte der Künstler, dass er mit dem Verkauf von Bildern mehr verdienen kann als bei seinem Beruf. «Den Lohn von elf Monaten habe ich plötzlich in eineinhalb verdient», erzählt er. Da seien auch die letzten Zweifel verflogen.

Doch wie war es dem Branchenneuling möglich, so schnell Fuss zu fassen? Hojas hat dafür eine einfache Erklärung. «Das Gesetz der Anziehung», schiesst es sofort aus ihm heraus. «Wenn wir ganz fest an etwas glauben und davon überzeugt sind, kommen Energien zusammen, die alles möglich machen.»

https://www.instagram.com/p/CfLpZIUF9bt/

Hojas ist sich bewusst, dass viele diese Einstellung belächeln oder sie als esoterischen Humbug abstempeln. Ihm ist das egal. «Es hat für mich funktioniert», stellt er klar.

Doch natürlich reiche es nicht, nur an etwas zu glauben. «Man muss auch etwas dafür tun.»

Eine Vision in einem Bild

Wer mit Hojas spricht, merkt schnell, dass er sich als Unternehmer sieht. Natürlich hat er Freude an seiner Kunst und liebt seine Tätigkeit, aber er will seine Bilder auch an die Leute bringen. Kostenpunkt für ein Werk: 3000 Franken aufwärts, je nach Grösse.

Heute trauen sich ja viele gar nicht mehr, wirklich zu träumen.

Oliver Hojas, Künstler

Seine Arbeit möchte er aber auch mit Lebenshilfe verbinden, und zwar in sogenannten «Life Vision Paintings». Diese Bilder stellt er für Interessierte her. «Dabei spreche ich sehr lange mit einer Person über ihre Träume und Visionen», erklärt Hojas.

Das Erzählte hält er dann mit verschiedenen Farben und Figuren in einem abstrakten Bild fest. «Es soll nicht den Kopf ansprechen, sondern die Emotionen, das Herz.»

Und das hilft der angesprochenen Person, ihre Träume zu verwirklichen, davon ist Hojas fest überzeugt. «Heute trauen sich ja viele gar nicht mehr, wirklich zu träumen.»

Zuerst ein Atelier, dann eine Galerie

Aktuell malt Hojas seine Bilder bei seiner Mutter zu Hause. Sie wohnt im Kanton Aargau. Er selbst ist erst vor Kurzem ganz in ihre Nähe in den Bezirk Affoltern gezogen. Bis im Sommer lebte er in Hinwil, vorher in Wetzikon.

AUf dem Foto sieht man einen Mann, der neben einer Leindwand steht. Dort hat es ein blaues Bild. Vor ihm sieht man ein rotes Bild.
Bis vor kurzem lebte Hojas in Hinwil. Dort hatte er in er Wohnung sein eigenes Studio.

«In meiner letzten Wohnung hatte ich ein eigenes Atelier», erzählt er. Da sei es manchmal schwierig gewesen, das Private und die künstlerische Arbeit zu trennen. Jetzt hofft er, dass er bald in der Nähe seines neuen Wohnorts ein eigenes Studio findet.

Denn Hojas hat grosse Pläne: «Ich will noch mehr malen.» Und somit auch mehr verkaufen. Dabei möchte er sich weiterhin auf Werbung über Social Media konzentrieren.

Und Olive Hojas bleibt sich treu – und träumt bereits weiter. Eines Tages möchte er seine eigene Galerie eröffnen. Vielleicht sogar in Marbella, wo es eine zahlungskräftige Kundschaft gibt. Aktuell ist das aber nur eine Vision: «Es fühlt sich noch zu weit entfernt an. Es gibt für alles die richtige Zeit.»

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