Spitäler Uster, Männedorf und Zollikerberg planen einen Verbund – ohne Wetzikon
Die drei Spitäler wollen in unterschiedlichen Bereichen zusammenarbeiten. Ende August sind neue Gespräche geplant. Warum das angeschlagene Spital Wetzikon nicht eingeladen ist.
Die Spitäler Uster, Männedorf und Zollikerberg streben eine enge Zusammenarbeit in verschiedenen Bereichen an. Wie weit diese Kooperation gehen soll, steht noch nicht fest, langfristiges Ziel ist eine Art Spitalverbund. Die Frauenkliniken in Uster und Männedorf haben bereits seit April eine gemeinsame Leitung.
«Wir schauen aktuell, welche Synergien wir untereinander nutzen könnten – namentlich im Servicebereich, beim Klinikinformationssystem oder bei den Finanzen», sagte Beatrix Frey-Eigenmann, Verwaltungsratspräsidentin des Spitals Männedorf, zu SRF. Ende August sei die nächste Gesprächsrunde geplant.
Wetzikon gibt sich zuversichtlich
Das angeschlagene Spital Wetzikon ist dazu nicht eingeladen. Zurzeit wolle man auf gesunde Spitäler setzen, sagte Frey-Eigenmann. «Wenn Wetzikon seine finanziellen Probleme gelöst hat, kann es ebenfalls an den Tisch kommen und die Ideen weiterspinnen.»
In Wetzikon nimmt man das Vorgehen der anderen Spitäler aus der Region nicht übel. Dass sie nicht auf das Spital Wetzikon (GZO) warteten, sei nachvollziehbar, sagte Spitaldirektor Hansjörg Herren. Er glaubt, die aktuellen Schwierigkeiten bis nächsten Frühling überwunden zu haben. «Die Region hat nach der Krise ein gesundes Spital mit einem Bauprojekt, das weit fortgeschritten ist.» Dann werde auch sein Spital Anschluss an den Verbund finden, so Herren.
Das Spital Wetzikon befindet sich seit Dezember 2024 in der Nachlassstundung. Hauptauslöser für die Finanzprobleme ist ein Neubau, dessen Baustelle zurzeit stillsteht. Der Plan des GZO sieht derzeit vor, dass die 12 Trägergemeinden rund 50 Millionen Franken einschiessen sollen und die Gläubiger auf zwei Drittel ihrer Forderungen verzichten. Die Gemeinden fällen ihre Entscheide bis Ende Jahr.
Experte zweifelt an Nützlichkeit des Neubaus für den Verbund
Armin Gemperli, Professor für Gesundheitswissenschaften an der Universität Luzern, bezweifelte gegenüber SRF indes, dass der unfertige Neubau tatsächlich attraktiv wäre für den Verbund der anderen Spitäler. «Bedingung wird sein, dass Wetzikon etwas bieten kann, was für die anderen Spitäler attraktiv ist.» Das GZO müsste sich wohl auf ein für die anderen Spitäler interessantes Fachgebiet spezialisieren.
Eine Aufnahme in den Verbund sei für Wetzikon wichtig, so Gemperli. Ohne Partner werde die Zukunft für Spitäler nicht einfacher. «Man kann Ressourcen besser nutzen, hat eine gemeinsame Infrastruktur, kann allenfalls Personal teilen.» Immerhin: Dem Verbund beizutreten, sei jederzeit möglich.