Das Oberland wächst – doch gibt es genug Hausärzte?
Die Frage der Grundversorgung
Praxisschliessungen, Ärztemangel, neue Versorgungsmodelle – die Zukunft der Hausarztmedizin ist ungewiss. Arzt und Forscher Oliver Senn will trotz allen Herausforderungen nicht schwarzmalen.
Die chaotische Schliessung des Ärztezentrums Turbenthal, der Konkurs des Ärztezentrums Rosenthal in Wald oder die abrupte Schliessung der Praxis Maas in Hinwil: Gleich drei Hausarztpraxen in der Region mussten in den vergangenen zwei Jahren überstürzt ihre Türen schliessen. Viele Patientinnen und Patienten standen in der Folge ohne Hausarzt oder Hausärztin da – und die Suche nach einer neuen Praxis ist keine leichte.
Die Beispiele zeigen: Bereits heute ist die Grundversorgung im Oberland unter Druck. Und wenn die Prognosen stimmen, wird die Bevölkerung weiterwachsen. Bis 2050 geht der Kanton Zürich von 60’000 Menschen zusätzlich in der Region aus. Und auch diese wollen und brauchen eine medizinische Grundversorgung.
So steht es um die Hausarztversorgung im Kanton
Die Anzahl Hausärztinnen und -ärzte im Kanton Zürich ist von 2011 bis 2021 gesunken. Mit 0,82 Ärzten (gerechnet in Vollzeitstellen) pro 1000 Erwachsene lag der Wert 2021 deutlich unter dem Leitwert der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Von der WHO empfohlen wird eine Abdeckung von einer Hausärztin oder einem Hausarzt pro 1000 Einwohner. 2011 lag der Wert noch bei 0,97. Neuere Daten für den Kanton liegen nicht vor. (bes)

