Neuer Verein Pro GZO Spital Wetzikon gegründet
Rolf Knie als Co-Präsident
Die Bevölkerung informieren und sensibilisieren, Patienten und Angestellte unterstützen: Das will ein neuer Verein, der sich diese Woche formiert hat.
Schon längere Zeit war es ruhig um das GZO Spital Wetzikon. Von einer fast schon «gespenstigen und unheimlichen Stille» spricht der ehemalige Spitalplaner des Kantons Zürich, Paul Vonlanthen.
Wie geht es dem Spital, das in einer finanziellen Krise steckt und sich bis Ende August in einer provisorischen Nachlassstundung befindet?
Diese Fragen beschäftigt auch den am 3. Juli neu gegründete Verein Pro GZO Spital Wetzikon. Hier haben sich Patienten, GZO-Angestellte und Bürger zusammengeschlossen, um für die Erhaltung des Spitals zu kämpfen. Das geht aus einer Mitteilung hervor.
«Unser Spital Wetzikon gehört zum Oberland wie der Turm auf dem Bachtel», wird Co-Präsident Paul Metzger zitiert. Der Hittnauer arbeitet seit zwei Jahren als Freiwilliger in der ehrenamtlichen Patientenbegleitung auf dem Notfall des GZO mit und war besorgt über die Verunsicherung der Oberländer Bevölkerung. «Aus den teilweise verzerrten Medienberichten mutmassten viele Leute, dass das Spital bald schliesse», so Metzger. Im Haus selber hörte er aber ganz andere Töne, wenn er zusammen mit der Belegschaft regelmässig über die aktuelle Situation informiert wurde. Darum wollte er dieses Missverständnis aufklären.
Denn so sprach das Spital selbst stets davon, dass der operative Betrieb nicht gefährdet sei. Dieser läuft momentan während der provisorischen Nachlassstundung auch normal weiter. Zudem verfüge man über ausreichend finanzielle Mittel.
Auch viele andere Personen hätten beim Spital angefragt, wie sie das GZO unterstützen könnten. Gleichzeitig lancierten Irene Stadler und Sonja Preisig eine Online-Petition zuhanden der Gesundheitsdirektorin Natalie Rickli (SVP), die mittlerweile fast 20’000 Unterschriften erreicht hat. Durch die gezeigte Solidarität und das geleistete Engagement sei die Idee entstanden, all diese Menschen in einem Verein zu vernetzen, der sich für den Fortbestand des Spitals einsetzen soll.
Öffentlichkeitsarbeit und Wertschätzung der Belegschaft
Der Verein, der unabhängig vom Spital ist, möchte dazu beitragen, dass durch das GZO die regionale Gesundheitsversorgung sowie die Arbeits- und Ausbildungsplätze gesichert bleiben. Metzger erklärt, dass der Verein das falsche Bild korrigieren möchte, das viele Leute von der Lage des Spitals Wetzikon hätten: «Wir wollen zeigen, dass das Spital auch in der aktuell herausfordernden Zeit unverändert weiterarbeitet und mit der gewohnt hohen Qualität rund um die Uhr für die Oberländer Patienten da ist.»
Paul Metzger erklärt auf Anfrage, dass der Verein neben Öffentlichkeitsarbeit, um die Bevölkerung zu sensibilisieren, auch Patienten und Angestellte unterstützen möchte. «Das können Aktionen wie Mitarbeiteranlässe, die Teilnahme an der ZOM, ein Stand vor der Migros oder Begegnungen direkt im Spital sein.»
Die gesammelten Mittel sollen einerseits den von Sparmassnahmen betroffenen Angestellten zugutekommen und andererseits in die Öffentlichkeitsarbeit fliessen.
Ihre Ideen seien vom GZO Spital Wetzikon und von seinen Angestellten bereits sehr positiv aufgenommen worden. «Als wir diese Woche unser Anliegen bei einem Anlass vorstellten, haben wir zahlreiche gute Rückmeldungen erhalten», so Metzger.
Bekannter Co-Präsident
Metzger wird den Verein nicht allein leiten. So konnte ein prominenter Name für das Co-Präsidium gewonnen werden: Rolf Knie. Er sagt: «Ich durfte sehr gute Erfahrungen am GZO machen – darum war ich sofort dabei, als ich vom Verein erfuhr.»
Neben Metzger und Knie, die das Präsidium im Tandem übernehmen, sind auch Chantal Breitenstein (Vizepräsidentin) und Peter Leu (Kassier) im Vorstand. Breitenstein, Chefärztin am Institut für Anästhesie und Schmerzmedizin des GZO, ist seit Anfang Mai in der Geschäftsleitung des Spitals und fungiert als ärztliche Direktorin. Diese Funktion übt sie zusammen mit Andreas Boss, Chefarzt Radiologie und Nuklearmedizin, aus.
Der offizielle Auftritt des Vereins mit Website und definitiven Statuten wird per August erwartet. Dann werde es auch möglich sein, dem Verein als Aktivmitglied, Passivmitglied, Spender oder Gönner beizutreten.