Spital räumt beim CEO-Wechsel Fehler in der Kommunikation ein
Wetziker GZO in Turbulenzen
Am Montag überraschte das GZO Spital mit der Rücktrittsmeldung von CEO Spielmann. Verwaltungsratspräsident Kündig räumt kommunikative Fehler ein – und spricht von einer einvernehmlichen Trennung.
Die Lage um das GZO Spital Wetzikon bleibt turbulent. Der CEO des Spitals, Matthias P. Spielmann, tritt per sofort zurück. Diese Nachricht wurde am Montagabend publik. Kurz zuvor – noch am selben Tag in der Frühe – sickerte eine interne Mitteilung des Spitals aus der Vorwoche durch, die die Krankschreibung Spielmanns ankündigte. Aus gesundheitlichen Gründen könne er seine Funktion nicht mehr ausführen, hiess es.
Der grundlegende Beschluss über den Rücktritt wirft Fragen auf. Wie etwa zur Kommunikation des Wetziker Spitals. Schon die Anfrage zur finanziellen Hilfe in Höhe von 180 Millionen Franken, die an den Kanton gestellt wurde, kam überraschend, wie auch Gesundheitsdirektorin Natalie Rickli (SVP) selbst sagte. Daraufhin forderte sie mehr Transparenz von der Spitalleitung.
Die finanzielle Lage des GZO Spitals Wetzikon
Am 4. April kommunizierte der Regierungsrat, dass er ein Gesuch des Spitals für finanzielle Unterstützung in Höhe von 180 Millionen Franken ablehnt. Aus Sicht der Gesundheitsdirektion erfüllt das Spital in Wetzikon die gesetzlichen Voraussetzungen für eine Unterstützung nicht. Das Spital Wetzikon sei nicht als «unverzichtbar» einzustufen.
Die Trägerschaft des Spitals hatte um den Betrag ersucht, weil im Juni die Rückzahlung einer Obligationenanleihe aus dem Jahr 2014 fällig wird, mit der der Neubau finanziert wird.
Fehler in der Kommunikation
Jörg Kündig, Verwaltungsratspräsident des GZO Spitals, gesteht eine unglückliche Kommunikation ein: «Im Nachhinein – da ist man immer gescheiter – räume ich ein, dass wir intern und extern gleichzeitig hätten informieren sollen.»
Dabei bezieht er sich auf die Kommunikation der Krankschreibung Spielmanns. «Nach der Krankmeldung von Herrn Spielmann waren die Geschäftsleitung und der Verwaltungsrat gefordert, lückenlos den laufenden Betrieb sicherzustellen», erklärt er.
Trotzdem: Das Spital habe in keinem Moment versucht, etwas zu vertuschen oder zu verheimlichen, betont Kündig. Doch der gesundheitliche Zustand eines Mitarbeitenden sei immer eine persönliche Sache, und eine solche Privatangelegenheit sei zu schützen und gehöre nicht an die Öffentlichkeit, so Kündig. Spielmanns Rücktritt sei einvernehmlich erfolgt, sagt der Verwaltungsratspräsident weiter.

Der Entscheid wirft aber noch weitere Fragen auf, wie etwa über die künftigen Pläne des Spitals. In der Medienmitteilung zu Spielmanns Rücktritt sprach man von «unterschiedlichen Auffassungen gegenüber Strategie und operativer Ausrichtung». Doch hätte man diese nicht schon zuvor bemerkt haben müssen? Schliesslich war Spielmann seit 2015 in seiner Position.
Turbulente Zeiten fordern neue Ansätze
«Herr Spielmann hat das GZO in der Vergangenheit gut geführt», sagt Kündig. Doch die finanzielle Notlage des Spitals habe sich abgezeichnet. Das Gesundheitswesen habe sich in den Jahren, seit Spielmann für das Spital tätig gewesen sei, drastisch verändert, und heute sei die Situation so, dass neue Entscheide gefällt werden müssten, so Kündig. «Um eine solche Herausforderung wie jene, in welcher das Spital nun steckt, zu überwinden, braucht es neue Ansätze.»
Und einer dieser Ansätze ist ein CEO-Wechsel. Ad interim ersetzt Hansjörg Herren den ehemaligen CEO Spielmann. Als Leiter der Unternehmungsentwicklung, Mitglied der Geschäftsleitung und langjähriger Mitarbeiter des GZO – bereits seit 1994 arbeitet er in verschiedenen Positionen im Spital – sei Herren ein profunder Kenner des Gesundheitswesens.
«Er hat Innovations- und Führungskraft bewiesen. Ausserdem schätzen der Verwaltungsrat und die übrige Geschäftsleitung Herrn Herren als belastungsfähig ein – heute ein nicht zu unterschätzender Faktor», sagt Kündig. Ein definitiver Wechsel sei erst zu einem späteren Zeitpunkt anzugehen. Prioritär sei jetzt, dass das Spital zugunsten der Belegschaft, der Patientinnen und Patienten gut geführt werde.
Ein Rücktritt stehe für ihn aktuell nicht zur Debatte. «Ich bleibe im Amt, solange es mich braucht, und setze mich mit aller Kraft für eine gute Lösung ein», sagt Kündig