So machen Chilbi und Festival auch bei Hitze Spass
Bunde warnt vor Hitzewelle
Die Temperaturen sind hoch – und das setzt dem Körper zu. Doch mit etwas Vorsicht muss man auf Volksfeste oder Festivals nicht verzichten.
Am Wochenende wird es heiss. Auch im Oberland klettert das Thermometer auf über 30 Grad. Der Bund hat ab Samstag in der Region unterhalb von 800 Metern über Meer die Gefahrenstufe drei (von fünf) ausgerufen.
Das perfekte Wetter, um Abkühlung zu suchen. Doch viele haben am Wochenende anderes vor. So finden mit dem H₂U in Uster, der Wetziker Chilbi, The Valley Summer Festival und dem Dorffest Wila gleich vier grosse Veranstaltungen statt.
Damit der Besuch dort trotz Hitze nicht etwa im Sanitätszelt endet, hat Roger Sommer einige Tipps. Er ist Präsident des Samaritervereins Turbenthal und Umgebung. Dieser ist am Dorffest Wila die erste Anlaufstelle bei medizinischen Problemen.
Die meisten seiner Ratschläge scheinen selbstverständlich zu sein. «Aber wir stellen immer wieder fest, dass die Leute an solchen Veranstaltungen genau diese Dinge vergessen», sagt er. «Man läuft herum, man ‹schnurrt› mit anderen, es ist viel los», sagt er. «Das kann zu Problemen führen.»
Genügend trinken – und zwar das Richtige
Man könnte meinen, diese Regel sei allen bekannt: Wenn es heiss ist, muss man viel trinken. Empfohlen werden mindestens 1,5 Liter pro Tag. Und zwar am besten Wasser. Aber: «Wir sehen immer wieder, dass die Leute zu wenig trinken», sagt Samariter Roger Sommer.
Der Bund empfiehlt sogar, während einer Hitzeperiode ganz auf alkoholische Getränke zu verzichten. So weit geht Sommer nicht. Er weiss, dass dieser Ratschlag an Veranstaltungen kaum eingehalten wird. «Aber man sollte den Durst nicht mit alkoholischen Getränken löschen.» Denn bei Hitze kann der Körper den Alkohol schlechter verarbeiten. Zudem kommt es schneller zu Kreislaufproblemen.
Auch mal eine Pause einlegen
Hitze belastet den Körper. An einem Volksfest oder einem Festival spüren viele nicht, dass ihnen die Temperaturen zusetzen. «Es ist wichtig, dass man sich auch mal eine Pause im Schatten gönnt», sagt Roger Sommer.
Generell empfiehlt sich, körperliche Anstrengungen bei Hitze zu vermeiden. Beim Tanzen vor der Bühne oder im Festzelt sollte man es deshalb etwas gemächlicher angehen.
Wenn man merkt, dass einem die Hitze fest zusetzt, ist es auch bei einem Anlass wichtig, auf den Körper zu hören. «Vielleicht muss man dann auch mal kurz in ein kühleres Gebäude gehen und sich etwas erholen», empfiehlt der Samariter.
Sonnenschutz ist Pflicht
Auch das ist eigentlich selbstverständlich: Man sollte sich, wenn immer möglich, vor direkter Sonneneinstrahlung schützen. Dazu gehört nicht nur das obligate Eincremen mit Sonnencreme.
«Wichtig ist auch, dass man eine Kopfbedeckung und wenn möglich eine Sonnenbrille trägt», rät Sommer.
Auch bei den Kleidern muss man aufpassen. Diese sollten zwar möglichst luftig sein. «Aber am besten schützen sie auch vor UV-Strahlung.»
Weisse T-Shirts sind deshalb nicht zu empfehlen, sie lassen rund 40 Prozent der Strahlung durch. Zudem gilt: Je engmaschiger der Stoff, desto höher ist der Schutz vor der Sonne.
Falls es doch nicht klappt: Hilfe suchen
Auch mit allen Schutzmassnahmen: Die Hitze setzt dem Körper zu. Wenn man sich stark unwohl fühlt, sollte man sich am Festival, Dorffest oder an der Chilbi Hilfe suchen. «Oftmals reicht es aus, wenn sich die Person hinsetzt, trinkt und sich etwas abkühlen kann», sagt Samariter Sommer. «Viele fühlen sich dann schnell wieder besser.»
Doch nicht immer geht es glimpflich aus. Hitze kann auch zum sogenannten Hitzschlag führen. Der Körper ist nicht mehr in der Lage, die Temperatur zu regulieren. Zu den Symptomen gehören unter anderem ein beschleunigter Puls, heisse und trockene Haut sowie Erbrechen oder Schwindelgefühl.
«Wenn sich eine Person beispielsweise wegen der Hitze übergeben muss, dann ziehen wir immer ärztliche Hilfe bei», erläutert Sommer. Denn ein Hitzschlag kann lebensbedrohlich sein.
