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Für den Neubau am Faltigberg sieht es gut aus

Die Zürcher Reha-Kliniken, darunter die Reha-Klinik Wald, machen gemeinsame Sache mit den Kliniken Valens. Für Neubau und Belegschaft gibt es positive Signale.

Läuft alles nach Plan, so dürfte die 1898 gegründete Reha-Klinik in Wald bald dem ersehnten Neubau weichen.

Foto: PD

Für den Neubau am Faltigberg sieht es gut aus

Zukunft der Reha-Klinik Wald

Die Zürcher Reha-Kliniken, darunter die Reha-Klinik Wald, machen gemeinsame Sache mit den Kliniken Valens. Für den geplanten Neubau auf dem Faltigberg ein mehr als positives Zeichen.

Ein logischer Schritt, der dem geplanten Neubauprojekt «Piano Nobile» auf dem Faltigberg wohl zugutekommt: Die Zürcher Reha-Kliniken, darunter die Reha-Klinik Wald, fusionieren mit den Kliniken Valens – für den CEO der Zürcher Reha-Kliniken, Markus Gautschi, definitiv eine neue Ehe, die viel Stabilität verspricht. Denn die Fusion entsteht nicht aus der Not heraus. Beide beteiligten Parteien schreiben schwarze Zahlen und handeln nicht aufgrund eines Kostendrucks.

Und doch: Wie in allen Gebieten bringt Wachstum stets Chancen und Gefahren mit sich. Dies ist Gautschi bewusst. «Wir werden ein grosses Augenmerk darauf legen, dass die Grösse nicht zum Risiko wird.» Eine klare Zuordnung der Entscheidungskompetenzen sei die Grundlage dafür. Ohnehin würden die einzelnen Standorte beider Unternehmen bereits jetzt sehr autonom funktionieren. Dies soll auch so bleiben. «Ob etwas zentral oder dezentral organisiert wird, muss immer mit Augenmass entschieden werden.»

Die rechtliche Fusion gehe derweil zügig voran, da die Stiftungsaufsichten Zürich und St. Gallen bereits zugestimmt hätten. In der zweiten Augusthälfte werde der Eintrag ins Handelsregister erfolgen, um die Fusion rückwirkend per 1. Januar 2023 zu vollziehen.

Was die Fusion bewirken soll

Insgesamt geht es bei der Fusion der zwölf einzelnen, bereits bestehenden Reha-Kliniken in den Kantonen St. Gallen, Appenzell Ausserrhoden, Graubünden und Zürich darum, neue Synergien zu schaffen. Abläufe wie beispielsweise im IT-Bereich und der Dienstleistungsgrad sollen vereinfacht beziehungsweise verbessert werden.

Mit dieser Fusion liegen künftig 1150 Betten unter der Obhut einer einzigen Stiftung, die somit einen Marktanteil von 14 Prozent erreichen wird.

«Künftig können wir nicht nur Patienten innerhalb unserer Gruppen besser disponieren und einfacher zuweisen, sondern müssen auch unsere Vertragsverhandlungen mit Krankenkassen und Spitallisten nur noch einmal statt mehrfach führen», sagt Gautschi.

Ein Geschäftsmann im Porträtbild.
Markus Gautschi, der CEO der Zürcher Reha-Zentren, verspricht sich von der Fusion vieles.

Durch die grössere Anzahl der zu betreuenden Patienten könnten vermehrt Spezialgebiete angeboten werden, womit die Patienten in ihrem Pflegegebiet spezifischer behandelt werden könnten.

«Kantone sehen vermehrt Spezialisierungen mit Strukturvorgaben und minimalen Fallzahlen vor», sagt Gautschi. Gemeinsam könne man die Vorgaben der minimalen Patientenzahlen gut erfüllen. «Würde jeder für sich allein agieren, müssten wir uns um die Patienten streiten.»

Auch der Personalaustausch werde leichter möglich sein als bisher. Mit mehreren geografisch näher gelegenen Kliniken sei ein Austausch einfacher als heute zwischen den Kliniken in Wald und Davos.

Der «liebe» Fachkräftemangel

Was im Vergleich zu Fusionen in anderen Branchen erstaunt: Die Kliniken wollen kein Personal abbauen, wie dies Fusionierungen meist mit sich bringen. Im Gegenteil: Man ist darauf bedacht, mehr qualifiziertes Personal zu finden, um den Bedarf der nächsten zehn Jahre abzudecken. «Berechnungen des Kantons Zürich gehen davon aus, dass die Fallzahlen im Reha-Bereich im nächsten Jahrzehnt 20 bis 25 Prozent steigen werden, was nur mit mehr Personal zu bewältigen sein wird», erläutert Gautschi.

Dieses zu finden, sei allerdings kein leichtes Unterfangen. Wie alle Branchen kämpfen auch Reha-Kliniken damit, geeignetes Personal zu finden. «Die Löhne zu erhöhen, bewirkt leider wenig, da dies oft dazu führt, dass daraufhin die Pensen reduziert werden.» Den Kliniken wäre damit nicht gedient.

Andererseits habe man aufgrund der Technik immer mehr Möglichkeiten. Diese bieten beispielsweise die Robotik und die Digitalisierung. «Uns dienen an einzelnen Standorten bereits jetzt sogenannte Gangroboter, die Schlaganfallpatienten unterstützen, wieder richtig gehen zu können.» Früher habe man dafür allein zwei Therapeuten gebraucht.

Hinzu komme, dass mittels Tablets gewisse Patienten einfachere Reha-Übungen bereits durch digitale Programme vollziehen könnten, ohne dass eine Therapie-Fachkraft dabei vonnöten sei. «Die Programme verbessern sich stetig und helfen Patienten auch dabei, noch schneller selbständig zurechtzukommen», so Gautschi. Dennoch sei klar: Im Pflege-, Therapie- und Ärztebereich, also dem Kerngeschäft, werde nach Personal gesucht werden müssen. In der IT wie dem Verwaltungswesen können die Kliniken auf das bestehende Personal vertrauen.

Beide Seiten profitieren

Was den Fachkräftemangel betrifft, so arbeiten die Kliniken derzeit an einer neuen Lösung, die sowohl ihnen als auch den Patienten zugutekommen sollte. «Wir planen, die Rehabilitation unserer Patienten in möglichen Fällen vermehrt nach Hause zu verlagern», sagt Gautschi. Lukrativ sei diese Variante für die Kliniken allerdings noch nicht, da ein Tarif dafür erst noch entstehen müsse.

Die Digitalisierung biete in diesem Bereich jedoch immer mehr Möglichkeiten. Ohnehin ergebe diese Variante für viele Patienten mehr Sinn. «Vielfach sind die Patienten in der Klinik voll darauf fokussiert, ihre Übungen zu machen, und vernachlässigen diese jedoch, sobald sie wieder nach Hause zurückkehren.»

Dank neuen Programmen könne dem mittels konkret auf die Patienten zugeschnittener Anweisungsprogramme entgegengewirkt werden. Zugleich könnten die Kliniken auf diese Weise Ressourcen einsparen. «Als Unternehmen sind wir angehalten, langfristig in die Zukunft zu planen und zu investieren, auch wenn für diese Art von Behandlung noch keine Tarife bestehen», führt Gautschi aus.

Freie Bahn für Neubau

Was den geplanten Neubau der neuen Höhenklinik auf dem Faltigberg in Wald betrifft, ist Gautschi ebenfalls positiv gestimmt. Grund dazu gab auch die Bekanntgabe der definitiven Spitalliste seitens der Gesundheitsdirektion, die bereits im Herbst vergangenen Jahrs erfolgte. «Die Klinik in Wald muss so oder so neu gebaut werden», so Gautschi.

Eine Visualisierung eines Klinikneubaus mitten in der Natur.
So wird der geplante Neubau auf dem Faltigberg im Jahr 2026 aussehen, wenn das Projekt «Piano Nobile» durch Einsprachen nicht verhindert wird.

Die Beschwerde des Kantons Thurgau gegen die Spitalliste Rehabilitation des Kantons Zürich führe einzig dazu, dass die beiden Standorte Triemli und Wetzikon momentan blockiert seien. «Beim Standort Wald können wir vorwärtsplanen, da die Beschwerde keinen Einfluss auf die Höhenklinik hat.» Der CEO ist zuversichtlich, dass die kantonale Baudirektion den Gestaltungsplan für das Grossprojekt, das auch für die Gemeinde Wald von eminenter Bedeutung ist, bald definitiv festsetzt.

Die Klinik Wald der Zürcher Reha-Zentren steht seit 1898 am Faltigberg und ist über die Region hinaus bekannt. Gegründet wurde sie als Tuberkulose-Sanatorium. Erst in den 1970er Jahren wurde sie zu einer Rehabilitationsklinik umfunktioniert. Mit über 400 Mitarbeitern ist sie die grösste Arbeitgeberin der Gemeinde. Fest steht: Wenn der Rehabilitationsstandort erhalten bleiben soll, ist ein Neubau unabwendbar. Lange Zeit war nicht klar, ob das neue Grossprojekt überhaupt realisiert werden könnte. Bereits nach der Festsetzung der definitiven Spitalliste 2023 standen die Zeichen relativ gut. Denn auch die kantonale Gesundheitsdirektion steht hinter dem Projekt. Der kantonalen Baudirektion liegt derzeit der Gestaltungsplan zur Prüfung für die definitive Festsetzung vor. Bewilligt die Gemeinde Wald in der Folge das Baugesuch (bei einem Bau dieser Dimension in Absprache mit dem Kanton), könnten dem Projekt nur noch Einsprachen im Weg stehen. Läuft alles nach Plan, wird der moderne Neubau Piano Nobile schon Ende 2026 den Faltigberg schmücken.  

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