Es begann alles beim Übertritt in die Oberstufe. «Ich dachte mir, wenn ich schlank bin, dann finde ich in der Sek sicher schneller neue Freundinnen», erinnert sich Stefanie Kistler. Diese verhängnisvolle Einstellung war der Anfang einer langen Krankheitsgeschichte.
In ihrem ersten Jahr an der Sekundarschule in Bauma begann die damals 12-Jährige, penibel genau auf ihre Ernährung zu achten und mehr Sport zu treiben. Zunächst fiel nur den Eltern auf, dass das Verhalten ihrer aufgeweckten Tochter nicht mehr gesund war. Doch selbst Ärzte nahmen deren Sorgen nicht ernst genug, da sie Kistlers Gewicht noch nicht als bedenklich einstuften.
Mit Wasser auf die Waage
Erst im zweiten Schuljahr wurden ihre Lehrpersonen darauf aufmerksam. Die Schülerin, damals 14 Jahre alt, zeigte aber wenig Einsicht. «Ich war fest davon überzeugt, mein Leben im Griff zu haben», erinnert sie sich. 2015 bestand Kistler sogar die Prüfung ins Gymnasium.
«Ich war zwar in ambulanter Behandlung, trotzdem verstand ich überhaupt nicht, dass ich irgendein Problem hatte.»
Stefanie Kistler, Autorin

