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«Der Impfbus war ein voller Erfolg»

Vier Impfmobile stehen im Kanton Zürich im Einsatz. In zahlreichen Gemeinden im Oberland wird das Angebot rege genutzt, was sich auch anhand von Zahlen belegen lässt.

Eines von vier Impfmobilen, die im Kanton Zürich im Einsatz stehen.

Foto: PD

«Der Impfbus war ein voller Erfolg»

Unaufhaltsam rollen sie durch den Kanton Zürich und das Zürcher Oberland: Vier Impfmobile der kantonalen Gesundheitsdirektion sind seit dem 21. August im Rahmen der Impfkampagne unterwegs. Der Einsatz wirkt: Inzwischen haben mindestens 1 Million Menschen eine erste Impfung gegen das Coronavirus erhalten.

Seit dem 21. August, als in Gossau der Startschuss für den Einsatz der Impfbusse fiel, wurden bereits über 8000 Menschen von den mobilen Teams geimpft. Über 70 Gemeinden haben sich bislang angemeldet. Bis heute haben sieben Gemeinden aus dem Oberland beteiligt: Gossau, Bubikon, Hinwil, Wald, Illnau-Effretikon, Volketswil und Rüti.

322 Impfungen in Wald

Die Strategie, die Impfung näher an die Menschen zu bringen und ihnen die Möglichkeit zu geben, sich spontan, ohne Terminanmeldung direkt im eigenen Ort impfen zu lassen, sie findet Anklang. «Der Impfbus war ein voller Erfolg», sagt Martin Süss, Gemeindeschreiber von Wald.

322 Menschen liessen sich in Wald impfen, das ist mehr als in jeder anderen Gemeinde im Zürcher Oberland. Süss geht davon aus, dass der Entscheid des Bundesrats, ab 13. September die Zertifikatspflicht auszuweiten, zum Andrang beigetragen habe. «Aber das ist nur eine Vermutung.» Negative Rückmeldungen habe die Gemeinde keine bekommen. «Es war alles in bester Ordnung.»

Apotheke statt Bus in Hinwil

Ähnlich klingt es auch in Hinwil. «Der Impftag ist in der Bevölkerung sehr gut angekommen», sagt der Hinwiler Gemeindeschreiber Roger Winter. Im Bezirkshauptort liessen sich am 5. September 266 Personen impfen. «Damit haben wir die angebotenen Kapazitätsgrenzen in der Apotheke Adoro deutlich überschritten.»  Denn anders als in anderen Orten kam kein Impfmobil nach Hinwil. Die Apotheke habe bereits zuvor über die logistischen Einrichtungen für Impfungen verfügt, diese auch an jeweils zwei Wochentagen durchgeführt. Deshalb es sich angeboten habe, dieses Angebot für einen zusätzlichen Impf-Sonntag zu nutzen.

«Es zeigt sich, dass das spontane Impfen ohne Anmeldung gefragt ist, auch wenn dann teilweise Wartezeiten in Kauf genommen werden müssen.»

Roger Winter, Gemeindeschreiber Hinwil

«Wir haben als Gemeinde damit ausserdem geholfen, die anfänglichen Engpässe der mobilen Impfkampagne zu entlasten», erklärt Winter. Den ganzen Tag über hätten Leute vor der Apotheke Schlange gestanden. «Es zeigt sich, dass das spontane Impfen ohne Anmeldung gefragt ist, auch wenn dann teilweise Wartezeiten in Kauf genommen werden müssen.» Nach den Gründen für den Andrang gefragt, mutmasst Winter wie auch Süss, dass die Ausweitung der Zertifikatspflicht sicher eine Rolle gespielt habe.

«Niederschwelliges Angebot»

In Bubikon seien sogar viele Auswärtige zur Impfung erschienen, sagt René Baumann, Leiter Gesellschaft, auf Anfrage. Wie viele Personen jedoch insgesamt vom Angebot Gebrauch gemacht hätten, könne er nicht sagen. Aufgrund diverser Absenzen und Ferien sei von der Gemeinde niemand zugegen gewesen. Allerdings sei nach der Aktion keinerlei Feedback aus der Bevölkerung auf der Gemeinde eingetroffen.

Dieses fehlt auch vorgängig in Rüti, wie Gemeindepräsident Peter Luginbühl sagt. «Wir sind gespannt, wie der Impftag am Donnerstag aufgenommen werden wird. Uns war es als Gemeinde einfach wichtig, dass wir der Bevölkerung ein niederschwelliges Impfangebot wie die mobilen Busse zur Verfügung stellen.»

Impfbus für Schülerinnen in Illnau-Effretikon

In Illnau-Effretikon habe man mit dem Corona-Impftag  auch ein unkompliziertes Angebot für Oberstufenschülerinnen und Schüler schaffen wollen. «Wir wollten Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit bieten, sich mit der Zustimmung, im Klassenverband, während der Schulzeit zu impfen», sagt Stadtschreiber Peter Wettstein.

40 Schülerinnen und Schüler liessen sich an jenem Freitagmorgen impfen. Am Nachmittag, welcher der breiten Bevölkerung offen stand, tat dies fast dieselbe Anzahl Personen, nämlich 36. Wettstein erklärt die im Gegensatz zu anderen Gemeinden eher geringe Nachfrage mit den gut funktionierenden Walk-In-Impfungen in zwei ansässigen Apotheken.

Bezirk Hinwil nicht mehr «Impfschlusslicht»

Und während in den nächsten Tagen und Wochen die Impfmobile in weiteren Oberländer Gemeinden Halt machen werden, so steigt auch stetig die Impfquote. Bereits jetzt ist der Bezirk Hinwil nicht mehr das «Impfschlusslicht» des Kantons.

Gemäss Daten der Gesundheitsdirektion aus dem letzten Corona-Lagebulletin vom 19. September darf sich der Bezirk Andelfingen dieses unrühmlichen Titels annehmen, mit lediglich 56 Prozent Erstimpfungen. Dicht gefolgt allerdings von Hinwil mit 57 Prozent. Wobei diese Zahl am 3. August noch bei 50 Prozent gelegen hatte. Allerdings ist nach wie vor bei der Alterskategorie der 20-29-Jährigen im Bezirk Hinwil nur jede zweite Person ein erstes Mal geimpft.    

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