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Monatswetter Juni

Hochdruckgebiet und Hitzewelle: Die letzten 30 Tage waren einfach nur heiss

Fast zwei Wochen Tropennächte, kaum Gewitter, dafür ein Heatburst – der vergangene Juni war wettermässig ein Monat der Extreme. Und für den Juli gibt es bereits Anzeichen für eine weitere Hitzewelle.

Weizenfeld bei Fehraltorf am 22. Juni. Am Himmel sind die Überreste eines ehemaligen Schwarzwaldgewitters zu sehen.

Foto: Simon Grässle

Hochdruckgebiet und Hitzewelle: Die letzten 30 Tage waren einfach nur heiss

Fast zwei Wochen Tropennächte, kaum Gewitter, dafür ein Heatburst – der vergangene Monat war wettermässig ein Monat der Extreme. Und für den Juli gibt es bereits Anzeichen für eine weitere Hitzewelle.

Heiss – auf ein Wort reduziert könnte man das Juni-Wetter zusammenfassen. Dabei startete der Monat mit einer eher mässig warmen Woche, gefolgt von einer sogar ziemlich kühlen zweiten Woche. Schafskälte-Wetter eben, wie es in der ersten oder zweiten Juni-Woche häufig vorkommt.

Doch daran kann sich bereits kaum mehr jemand erinnern. Denn nachher folgte ein umfangreiches Hochdruckgebiet über Mitteleuropa – und mit ihm der Hochsommer mit einer Hitzewelle mit Höchsttemperaturen um die 35 Grad und Tropennächten, also Tiefsttemperaturen über 20 Grad.

Eine sehr frühe Hitzewelle

Der Wetterdienst Meteonews hält in seinem Monatsrückblick fest, dass trotz vergleichsweise gemässigter erster Monatshälfte letztlich schweizweit ein Überschuss von knapp 3 Grad resultierte. Dabei wurden bisher einige Juni-Temperaturrekorde und lokal auch Allzeitrekorde geknackt.

Besonders bemerkenswert: Diese Hitzewelle dauerte nicht nur ausserordentlich lange an, sondern trat auch sehr früh im Sommer auf. Zudem war die zweite Juni-Hälfte trocken.

Gegen Ende des Monats schossen im Lauf des Nachmittags südlich und auch nördlich unserer Region fast täglich Wolkentürme in die Höhe. Dabei blieb es aber. Die Hitzegewitter tobten sich andernorts aus – das Oberland erreichten lediglich abgeschwemmte Eisschirmwolken, also die Überreste dieser Voralpen- und Schwarzwaldgewitter.

Aufziehende Wolken.
Am Dienstag, 23. Juni, machte es in Wetzikon den Anschein, als ob ein Gewitter aufzieht. Es kam dann aber doch nicht.

Heatburst am Samstagabend

Sturmjäger kamen in der Region dennoch auf ihre Rechnung. Gleich zwei besondere Wettererscheinungen konnte man am vergangenen Samstagabend beobachten.

Das Hoch, welches das Wetter zuvor geprägt hatte, zog ab. Die Luftmassen wurden feuchter. Dadurch entstand am Samstagnachmittag in der überhitzten Atmosphäre über den St. Galler und den Glarner Alpen ein Mikro-Gewittertief, das sich im Lauf des späteren Abends auf ungewöhnlicher Zugbahn Richtung Innerschweiz bewegte. Im Oberland äusserte sich dies durch Strobo-Wetterleuchten und heftige Windböen.

Vor allem aber stiegen die Temperaturen, die nach Sonnenuntergang auf etwa 25 Grad gesunken waren, plötzlich wieder markant an. In Aatal wurden um 23 Uhr 30 Grad gemessen.

Dabei handelte es sich um das seltene Phänomen namens Heatburst, das auch SRF Meteo erläuterte. Heatbursts entstehen, wenn in den Bergen am späten Abend oder in der Nacht ein Gewitter warme Abwinde verursacht und diese die bereits abgekühlte Luft in der tieferen Ebene verdrängen.

Ab Sonntag war der Luftdruck deutlich niedriger, abgesehen von einzelnen Steifschüssen, wie bei Illnau, blieb der Regen aber zunächst aus – erst am Dienstagabend zog ein kräftiges Gewitter, das sich über dem Raum Schaffhausen formiert hatte, über die Region. Immerhin brachte dieses endlich etwas Regen.

Auch der Juli wird heiss

Am Freitagmorgen könnte es nochmals leicht regnen, danach installiert sich das nächste Hoch. Die Meteorologen erwarten Sommerwetter mit Höchsttemperaturen um die 30 Grad. Dank leichter Bise und trockener Luft wird die Wärme nicht unbedingt schweisstreibend wahrgenommen werden, und die Nächte bleiben angenehm kühl.

Doch bereits wird in einschlägigen Foren über Wettermo­delle diskutiert, die den Aufbau einer erneuten Hitzewelle um etwa den 10. Juli skizzieren.

Trinkbrunnen an der Seestrasse in Pfäffkon.
Willkommene Abkühlung in diesen Tagen bieten Brunnen wie der Trinkbrunnen an der Pfäffiker Seestrasse.

Das passt zur Monatsprognose, welche die Berner Meteorologin Fabienne Muriset auf www.orniwetter.info veröffentlichte. Sie erwartet im Juli als vorherrschende Grosswetterlage eine Hochdruckbrücke von Neufundland über den Nordatlantik und Mitteleuropa bis nach Osteuropa. Insbesondere über Frankreich und dem südlichen Mitteleuropa dürfte dies erneut zu überdurchschnittlich heissen Temperaturen führen – also auch bei uns. Lokale, heftige Gewitter schliesst das nicht aus.

Das Oberlandwetter

Immer in der ersten Woche eines neuen Monats blicken wir zurück auf das Wetter der vergangenen Wochen. Wir richten mit unseren Kameras den Fokus auf Wetterphänomene. Und wir suchen nach Hinweisen, wie sich das Wetter im neuen Monat präsentieren könnte. (zo)

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