Grümpis bei Gluthitze: Maur sagt ab, Egg zieht durch
Bis zu 37 Grad
Am letzten Juni-Wochenende finden im Oberland zahlreiche Grümpelturniere statt. Eigentlich. Denn mehrere Vereine haben ihr Grümpi bereits abgesagt. Der Grund: die extreme Hitze.
Für viele Kinder und Jugendliche ist es der Höhepunkt der Fussballsaison: das Grümpi. Es ist die Gelegenheit, um sich ganz ungezwungen mit seinen Fussballkameraden auf dem Platz zu messen und nebenbei zu zeigen, was man so alles kann.
FC Maur sagt das Grümpi ab …
Doch in diesem Jahr macht die Hitze vielen Vereinen einen Strich durch die Rechnung. So auch beim FC Maur: Das Schülerturnier wurde auch in diesem Jahr von einem Organisationskomitee geplant und sehr gut vorbereitet, wie dessen Präsident Kurt Plattner auf Anfrage mitteilt.
Am Mittwochmorgen sei das OK nach Rücksprache mit dem FC Maur zum Schluss gekommen, das Turnier abzusagen. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) empfiehlt bei den erwarteten Temperaturen, körperliche Aktivitäten im Freien möglichst zu vermeiden. Gemäss den Wetterprognosen werden für den kommenden Samstag Temperaturen von bis zu gefühlten 38 Grad erwartet.
«Die Sicherheit und das Wohlbefinden der jungen Teilnehmenden haben oberste Priorität», erklärt Plattner den Schritt. «Das Risiko, diesen Anlass sicher durchzuführen, wurde als zu gross eingestuft.» Ein wichtiger Faktor sei der fehlende Sonnenschutz auf der Sportanlage Looren gewesen. Das Festzelt biete zwar Platz für rund 200 Personen, am Spielfeldrand gebe es aber so gut wie keine Schattenplätze.
Die Absage habe jedoch finanzielle Folgen, da die Einnahmen aus Festwirtschaft und Getränken wegfielen. «Für den Verein ist das Wohl der Kinder wichtiger als der Umsatz.» Dass andere Gemeinden das Turnier trotz Hitze durchführen, kann Plattner dennoch nachvollziehen: «Viele Grümpis dauern mehrere Tage und lassen sich nicht einfach verschieben. Unser Anlass dauert nur einen Tag.»
Enttäuschung gebe es natürlich trotzdem. Viele Kinder haben bereits T-Shirts bedrucken lassen, ihre Ausrüstung vorbereitet und sich darauf gefreut, dass Grosseltern oder Gotti und Götti zum Zuschauen kommen. «Aufgeschoben ist nicht aufgehoben», beschwichtigt Plattner. Der Verein prüft nun, das Grümpi im August nachzuholen.
… genauso der FC Uster
Auch der FC Uster hat den Schulhaus-Cup vom Samstag nach Rücksprache mit Fachpersonen und dem BAG aufgrund der Hitze abgesagt, wie es auf der Website des Vereins heisst.
Der Verein betont, man habe verschiedene Alternativen geprüft – etwa eine Durchführung nur am Morgen oder ein verkürztes Turnier mit Penaltyschiessen. Weil aber bereits dann hohe Temperaturen erwartet würden und die Gesundheit der Teilnehmenden sich nicht ausreichend schützen lasse, habe man sich nach Rücksprache mit Fachpersonen bewusst für eine Absage entschieden.
Der Verein sieht darin seine Fürsorgepflicht als Veranstalter – trotz finanziellen Einbussen. «Die Gesundheit haben wir nur einmal im Leben, und diese ist unbezahlbar», erklärt Präsident Andi Brunner auf Anfrage. «Aus unserer Sicht ist unsere grösste Verantwortung als Veranstalter, präventiv statt nur reaktiv zu handeln.»
Die Rückmeldungen der Eltern seien mehrheitlich positiv gewesen, auch wenn die Enttäuschung bei den Kindern gross sei. Ein Ersatztermin wird derzeit geprüft, er gestaltet sich wegen der Schulferien und des laufenden Fussballbetriebs jedoch schwierig.
Grümpis von FC Egg und FC Bauma finden statt
Anders handhaben es sowohl der FC Egg als auch der FC Bauma, hier finden die Grümpis statt. Thomas Nyffenegger, Präsident des FC Egg, erklärt den Schritt: «Wir haben wirklich Glück mit unserer Anlage.» Die zahlreichen Bäume böten viel Schatten, zusätzlich habe man diverse Hitzeschutzmassnahmen ergriffen.
«Wir haben Ventilatoren und zahlreiche Rasensprinkler auf der Anlage. Ausserdem bauen wir eine längere Turnierpause am späteren Nachmittag ein.» Das Schülerturnier, das für den gesamten Freitag angesetzt war, fand dennoch nur in abgespeckter Form statt. Hier wurde lediglich am Vormittag gespielt, die Nachmittagswettkämpfe wurden gestrichen.
Nyffenegger setzt aber auch auf Eigenverantwortung. Wer wegen der Hitze nicht teilnehmen wolle, müsse das nicht. «Am Ende ist die Teilnahme freiwillig. Letztlich kann man es mit der Teilnahme an einem Marathon vergleichen. Auch dort kann jeder selbst entscheiden, ob er mitmacht oder nicht. Wir stellen alles zur Verfügung, was möglich ist, damit sich die Leute abkühlen können.»
